Göppingen Der Hohenstaufen als Klassenzimmer

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Mit dem einem Bergquiz hat die Agentur Saltico in den vergangenen drei Jahren 1200 Grundschüler auf das geschichtsträchtige Bergplateau gelockt. Jetzt soll das Angebot ausgeweitet werden – mit Schützenhilfe der Kultusministerin.

Kultusministerin Susanne Eisenmann hilft einem Drittklässler beim Balancieren auf einer Slackline. Foto: Ines Rudel
Kultusministerin Susanne Eisenmann hilft einem Drittklässler beim Balancieren auf einer Slackline. Foto: Ines Rudel

Göppingen - Dutzende Kinder wuseln hoch konzentriert neben der Berggaststätte Himmel und Erde auf dem Plateau des Hohenstaufen herum. Die einen üben sich im Stelzenlauf, andere versuchen sich an einer Slackline, wieder andere studieren eine Infotafel, die auf Sehenswürdigkeiten in der Umgebung verweist. Mitten unter ihnen ist die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), hilft hier einem Kind beim Balancieren, hört sich da an, wie die Grundschüler Informationen über den Berg zusammentragen.

Eisenmann ist eine langjährige Bekannte von Andreas Schweickert, dem Chef der Werbeagentur Saltico, die seit einigen Jahren die Gaststätte Himmel und Erde betreibt und mit einem vielfältigen Kultur- und Veranstaltungsprogramm versucht, den geschichtsträchtigen Berg als Ausflugsziel attraktiv zu machen. Eines der Angebote, die sich in den vergangenen Jahren zu einem Renner entwickelt haben, ist das Bergquiz für Grundschulklassen, an dem die Drittklässler der Walther-Hensel-Schule gerade teilnehmen.

Plätze waren innerhalb einer Woche ausgebucht

„Die Plätze für insgesamt 40 Klassen in diesem Jahr waren schon noch einer Woche ausgebucht“, berichtet Schweickert. „Inzwischen verteilen wir nur noch Absagen. Aber die meisten Schulen, die anrufen, lassen sich für nächstes Jahr auf die Warteliste setzen. Viele kommen auch aus Esslingen oder Gmünd zu uns.“

Die große Resonanz hat Schweickert dazu bewogen, über eine Ausweitung des Angebots nachzudenken. Zusammen mit vielen Mitstreitern, unter anderem aus dem Ort und von der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd, will er ein Konzept für ältere Schüler entwickeln. Mit einem einfachen Bergquiz, das Naturerlebnis und Informationen über die Geschichte des Berges verbindet, sei es bei älteren Schülern freilich nicht getan. Die Kleinen erfahren etwa, dass Barbarossa einst in einem Fluss in der heutigen Türkei ertrank – und toben sich dann mit den Stelzen und auf der Slackline aus, mit denen man, wie es im Quiz heißt, „einen kalten Fluss durchqueren kann, ohne nass zu werden“.

Schnitzeljagd mit Tablets für ältere Schüler

Für die Älteren schwebt Schweickert hingegen ein Konzept mit Tablets und einer interaktiven App vor: „Man könnte eine interaktive Schnitzeljagd machen, zum Beispiel mit einer Station an den Nisthöhlen der Schwarzspechte hier oben, oder mit einer Station an der man Blätter einscannt und bestimmt“, sagt er. Das Problem: „Die Tablets könnten wir vielleicht noch selbst finanzieren. Aber das Projektteam, um die App zu entwickeln, örtliche Schauspieler, die Texte einsprechen und kleine Szenen beisteuern, das wird einfach zu teuer.“ Deshalb hat der gewiefte Werbeprofi die Kultusministerin auf den Göppinger Hausberg eingeladen. Eisenmann zeigt sich angetan, denn „das außerschulische Lernen wird immer wichtiger.“

Und sie verspricht, Schweickert bei seinem neuen Projekt zu unterstützen. Zuschüsse aus dem Ministerium gebe es zwar nicht, „aber es gibt viele Firmen und Stiftungen, die sich bei so etwas gerne einbringen.“ Die Ministerin will sich umhören und Schweickert Kontakte zu möglichen Unterstützern vermitteln. Der träumt schon vom nächsten Großprojekt: „Ein Eintrag des Hohenstaufens auf die Unesco-Weltkulturerbe-Liste wäre toll.“ Schließlich atme der Berg Geschichte, er gelte als die Wiege der Staufer und Berg der Schwaben.