Göppingen EVF präsentiert sich als Platzhirsch

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Die Energieversorgung Filstal baut ihre Stellung als regionale Alternative zu den bekannten Energieriesen mit einem neuen Kundenzentrum am Stadtrand aus und treibt den Breitbandausbau für Firmen und Privatkunden im Kreis voran.

Das Kundenzentrum, das jetzt am Göppinger Stadtrand gebaut wird, steht  für Transparenz und Kundennähe. Foto: architekturbüro blocher partners
Das Kundenzentrum, das jetzt am Göppinger Stadtrand gebaut wird, steht für Transparenz und Kundennähe. Foto: architekturbüro blocher partners

Göppingen - Bei der Energieversorgung Filstal (EVF) folgt zurzeit ein großes Projekt auf das andere: Erst im Dezember feierte das Unternehmen Richtfest für sein erstes Datenzentrum, das zurzeit für sechs Millionen Euro im Stauferpark entsteht. In dem hochmodernen Gebäude, können Unternehmen ihre Daten auslagern und über Glasfaseranschlüsse auch schnell wieder abrufen. Der Bau ist ein wichtiger Schritt beim Ausbau des jüngsten Geschäftsfelds des Energieversorgers: der Bereitstellung von schnellem Internet für Firmen und Privatkunden.

Am Montag hat mit dem Spatenstich das nächste große Bauprojekt begonnen: Die Erweiterung der EVF-Hauptverwaltung um ein zusätzliches Gebäude am Kreisel an der Großeislinger Straße. Darin wird in erster Linie ein neues, modernes Kundenzentrum untergebracht, hinzu kommen zwei Bürogeschosse für die technische Verwaltung sowie Seminarräume, eine Lehrküche und Ausstellungsflächen. Der Energieversorger investiert rund 6,7 Millionen Euro für den Neubau.

Veranstaltungen, Vorträge, Seminare und Ausstellungen zu Energiethemen

„Modern, transparent und regional: Dieses Selbstverständnis der EVF soll das Gebäude widerspiegeln“, sagte der Geschäftsführer Martin Bernhart bei dem Spatenstich. Die EVF will sich im Wettbewerb mit den großen Anbietern als Platzhirsch vor Ort präsentieren, als heimischer Strom- und Gasversorger, den die Kunden bei Bedarf auch direkt ansprechen können und der dank seiner Eigentümer, den Stadtwerken Göppingen und Geislingen, nicht nur an die Rendite denkt.

„Neben dem entstehenden Rechenzentrum im Stauferpark ist dies ein weiteres wichtiges Projekt, um die EVF für die Zukunft gut aufzustellen“, erläuterte der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till am Montag. Vor allem die Kunden profitierten, denn „mit der Fertigstellung dieses Neubaus wird auch das Energie- und Wasserzentrum der EVF, das bisher im Stauferpark ist, deutlich näher an die Stadt und damit an die Kunden heranrücken.“ Tatsächlich soll das Gebäude nach seiner Fertigstellung im Frühjahr 2019 die zentrale Anlaufstelle für EVF-Kunden und Interessierte sein. Auch Veranstaltungen, Vorträge, Seminare und Ausstellungen zu unterschiedlichsten Themen rund um die Energieversorgung sind dort geplant.

EVF und Imos treiben Breitbandausbau voran

Daneben treibt die EVF auch den Breitbandausbau im Kreis weiter voran. Wesentliche Projekte der EVF und ihres Partners Imos sind in diesem Jahr die Anbindung der Gewerbegebiete Göppingen-Voralb und Ursenwang an ihre bestehende, etwa 60 Kilometer lange Glasfaser-Trasse sowie der Anschluss von Gewerbegebieten in Eislingen, Salach, Süßen, Donzdorf, Geislingen und in Weilheim (Kreis Esslingen). In den betroffenen Gewerbegebieten erhalten die ansässigen Unternehmen alle notwendigen Informationen direkt von der Firma Imos oder bei der EVF.

Für Privatkunden wird der Ausbau mit schnellem Internet in Hohenstaufen und Lauterstein vorangetrieben. Parallel dazu startet in den nächsten Wochen das erste DSL-Produkt des Energieversorgers: Unter der Bezeichnung „EVF-i VDSL max“ bietet das Unternehmen einen Internetzugang über VDSL 100 mit Telefonflatrate – je nach Anschlusssituation und bereitgestellter Verfügbarkeit – im Kreis Göppingen an.

In Aichelberg Glasfaserkabel mit Erdgasleitungen verlegt

Bereits im vergangenen Jahr hatten Imos und die EVF unter anderem Glasfaserkabel in Aichelberg verlegt und damit die Zeit der langsamen Verbindungen beendet. „Im Zuge des Gasnetzausbaus der EVF wurden von Imos Glasfaserleitungen mitverlegt, die den Aichelbergern Zugang zu Highspeed Internet ermöglichen. In Bereichen, in denen keine Glasfaserleitungen verlaufen, haben wir durch den Einsatz von VDSL-Technik zudem eine alternative Lösung, die Breitbandversorgung flächendeckend zu verbessern“, berichtet Alfred Wallender, der Geschäftsführer von Imos.

Entlang der Glasfasertrasse kann seither mit bis zu 10 Gigabit pro Sekunde gesurft werden. Alle anderen Haushalte können eine Internetverbindung mit mindestens 25 Megabit pro Sekunde erhalten. Dazu hatten EVF und Imos vier zusätzliche Netzknoten in Aichelberg aufgestellt, sodass sich die einstige Leitungslänge von mehreren Kilometern auf wenige hundert Meter reduzieren ließ.

Energieversorger mit langer Geschichte

Gründung:
Im Jahr 1860 errichteten private Investoren eine Gasanstalt in Göppingen und verlegten Leitungen für die öffentliche Beleuchtung. Weil sie es auf Dauer nicht schafften, das Unternehmen wirtschaftlich zu betreiben, übernahm die Stadt es im Jahr 1903. Im Jahr 1981 entstand daraus die Energieversorgung Filstal (EVF). Die Teilhaber der GmbH sind die Stadtwerke Göppingen mit 86,75 und Geislingen mit 13,25 Prozent.

Heute
: Inzwischen sind 36 Städte und Gemeinden der Kreise Göppingen und Alb-Donau an das Erdgasnetz der EVF angeschlossen. 2003 übernahm sie zudem die Wasserversorgungen in Göppingen und Geislingen. Ein Jahr darauf stieg sie in den Stromvertrieb ein. Im Jahr 2014 kam der Betrieb des Göppinger Stromnetzes hinzu, das die Stadtwerke Göppingen gekauft hatten und an die EVF verpachten.

Zukunft:
2016 hat sich die EVF als TK-Netzbetreiber und als Telekommunikationsdienstleister bei der Bundesnetzagentur registrieren lassen. Außerdem beteiligte sie sich mit 49 Prozent an dem Internet-Dienstleister Imos. Gemeinsam treiben beide Unternehmen den Breitbandausbau im Kreis Göppingen voran und bieten Firmen und Privatleuten schnelles Internet und weitere Telekommunikationsdienstleistungen an.




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