Göppingen im Final-Four-Fieber Frisch Auf freut sich auf ein „Mega-Event“

Von Jürgen Frey 

2011, 2012 und 2016 haben die Handballer von Frisch Auf Göppingen den EHF-Pokal geholt. Beim Final Four in eigener Halle am 20./21. Mai bietet sich erneut die Chance zum Titelgewinn. Manager Gerd Hofele hofft, dass nicht nur deutsche Teams am Ball sind.

Göppinger Jubel: Geschäftsführer Gerd Hofele (Mi.) nach dem ersten EHF-Pokal-Triumph 2011 in Elsenfeld zusammen mit dem damaligen Torwart Enid Tahirovic (re.). Foto: Pressefoto Baumann
Göppinger Jubel: Geschäftsführer Gerd Hofele (Mi.) nach dem ersten EHF-Pokal-Triumph 2011 in Elsenfeld zusammen mit dem damaligen Torwart Enid Tahirovic (re.). Foto: Pressefoto Baumann

Göppingen - Bereits vor dem letzten Gruppenspiel an diesem Samstag (19.30 Uhr/EWS-Arena) gegen den FC Porto hat Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen die Teilnahme am Final Four (20./21. Mai) in seiner eigenen Halle perfekt gemacht. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wer sind die Teilnehmer?
Bisher steht nur Frisch Auf fest. Da dem Titelverteidiger durch das souveräne 35:27 bei BM Granollers der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen ist, darf Göppingen als Gastgeber das Viertelfinale (22. und 29. April) überspringen. Möglicherweise kommt es zu einem Endturnier mit ausschließlich deutschen Mannschaften: Die Füchse Berlin sind bereits fürs Viertelfinale qualifiziert, der SC Magdeburg und die MT Melsungen haben gute Chancen. Das zeigt wie stark die Bundesliga im europäischen Vergleich vor allem in der Breite ist. „Wir hoffen auf zumindest ein ausländisches Team, um internationales Flair in der Halle zu haben“, sagt Frisch-Auf-Geschäftsführer Gerd Hofele. Die Halbfinalspiele sollen am 20. Mai um 14.30 Uhr und 17.30 Uhr angepfiffen werden. Am 21. Mai beginnt das Spiel um Platz drei um 14.30 Uhr, das Finale um 17.30 Uhr.
Gibt es noch Tickets?
Nach der feststehenden Teilnahme von Frisch Auf setzte nochmals ein Sturm auf die Karten ein. Am Montag gab es noch knapp 200 Sitzplätze und 800 Stehplätze. Hinzu kommt noch ein Kontingent von jeweils 250 Tickets für die Fans der drei anderen Clubs. Die Gesamtkapazität der EWS-Arena verringert sich am Finalwochenende wegen verschiedener Sperrungen von 5600 auf 5000. Hofele ist sich ganz sicher: „Das wird ein Mega-Event für Verein, Stadt und Landkreis.“ Tickets gibt es unter: www.eventimsports.de/ols/goeppingenehfcup.
Überträgt das Fernsehen?
„Wir arbeiten daran, dass das Turnier im frei empfangbaren Fernsehen übertragen wird“, sagt Hofele. Eine Option ist Sky News HD.
Warum ist Frisch Auf im EHF-Cup so stark?
2011, 2012 und 2016 konnte der EHF-Pokal schon nach Göppingen geholt werden. Natürlich kann der mit der Europa League im Fußball vergleichbare Wettbewerb bei weitem nicht mit der Qualität der Champions League mithalten, doch „im Vorbeigehen schlägt man auch im EHF-Cup keinen Gegner“, sagt Hofele. In der Bundesliga hinkt Frisch Auf (Platz elf mit 21:27 Punkten) den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Es scheint fast so, als würde das mit zahlreichen Routiniers bestückte Team im Bundesligaalltag nicht immer im Volldampf-Modus zur Sache gehen, sondern sich auf den Europapokal konzentrieren. „Ich will nicht ausschließen, dass im Hinterkopf eine Fokussierung auf die internationale Bühne stattfindet, doch wir müssen auch in der Liga nach oben klettern“, fordert Hofele.
Wie sind die Chancen auf den Titel?
Qualifizieren sich Berlin und Magdeburg wären die beiden Bundesliga-Spitzenteams favorisiert. Doch der Heimvorteil wiegt im Handball schwer. Zudem wollen sich langjährige Frisch-Auf-Spieler wie Manuel Späth, Lars Kaufmann oder Bastian Rutschmann unbedingt mit dem Cupgewinn verabschieden.
Was bleibt finanziell hängen?
Der Sieger erhält von der EHF 100 000 Euro, der Zweite 50 000, der Dritte 25 000, der Vierte 10 000. Frisch Auf muss an dem Turnier-Wochenende knapp 500 000 Euro (Ausgaben an die EHF und für die Organisation) refinanzieren. Als Titelsponsor konnte „Liqui Moly“ gewonnen werden. Dennoch sagt Hofele: „Das direkte materielle Plus ist sehr überschaubar, doch über den Imagegewinn profitieren wir perspektivisch auch finanziell.“ Und der Turniersieger ist zudem für den kommenden EHF-Pokal-Wettbewerb qualifiziert.