Göppingen: Neue Brauereigaststätte Der Andechser öffnet seine Pforten

Die Betreiber des Andechser heben schon mal das Glas: Giovanni Giampa, Birgit Grupp und Zlatko Iljazowitsch (von links). Foto: Horst Rudel
Die Betreiber des Andechser heben schon mal das Glas: Giovanni Giampa, Birgit Grupp und Zlatko Iljazowitsch (von links). Foto: Horst Rudel

Monatelang wurde das ehemalige Café Dolce am Schillerplatz umgebaut, an diesem Freitagabend ist es nun soweit. Die neue Brauereigaststätte bietet ihren Gästen schwäbische und bayrische Spezialitäten – und natürlich das bekannte Bier.

Regionales: Karen Schnebeck (ks)
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Göppingen - Am Donnerstag herrschte in der neuen Brauereigaststätte Der Andechser am Schillerplatz noch organisiertes Chaos. „Die Handwerker legen den Endspurt ein, damit morgen alles fertig ist“, sagt Volker Kurz, der Chef der Göppinger Wohnbau, der das Gebäude gehört. „Es ist wahnsinnig schön geworden. Aber jetzt müssen wir noch alles einräumen“, ergänzt die Pächterin Birgit Grupp. Ob das geklappt hat und alles rechtzeitig an seinem Platz gelandet ist, können die Göppinger an diesem Freitagabend von 20 Uhr an herausfinden, dann öffnet die Gaststätte ihre Pforten für die Öffentlichkeit. Zuvor gibt es eine Feierstunde mit geladenen Gästen, darunter der Oberbürgermeister Guido Till und Vertreter der Münchner Benediktinerabtei Sankt Bonifaz und des dazugehörigen Kloster Andechs.

Der Andechser ist die einzige Brauereigaststätte des Klosters zwischen München und Stuttgart – entsprechend zufrieden ist man im Göppinger Rathaus darüber, dass die Zusammenarbeit zwischen der Stadt, der Wohnbau, den Klosterbrauern und der Pächterin Birgit Grupp zustande gekommen ist. „Als der Oberbürgermeister die Herren zum ersten Treffen nach Göppingen eingeladen hat und sie vor dem Gebäude standen, haben sie gleich gesagt: Das ist es“, erzählt der Wohnbauchef Kurz stolz. Die markante Silhouette und die denkmalgeschützte Fassade mit ihren auffälligen Rundfenstern und der Malerei sei sofort gut angekommen.

Für zwei Millionen Euro saniert und umgestaltet

Entsprechend viel Sorgfalt hat die Wohnbau in den vergangenen Monaten in die Sanierung gesteckt. Insgesamt hat sie Kurz zufolge rund zwei Millionen Euro investiert. „Das funktioniert jetzt für die nächsten 30, 40 Jahre als Wirtshaus“, sagt er. Hinter einer gemütlichen Holzvertäfelung verbirgt sich jetzt eine komplett neue Elektrik, die Sanitärräume sind renoviert, es gibt einen Aufzug, damit alle Räume barrierefrei erreicht werden können. Außerdem hat die Wohnbau die Kühlräume erneuert, den Bodenbelag ausgetauscht und eine neue Lüftung eingebaut. „Das Gebäude funktioniert jetzt für Jung und Alt“, resümiert der Wohnbauchef.

Die Gäste werden aber voraussichtlich vor allem eines zu schätzen wissen: den Biergarten auf dem Schillerplatz, den die Wohnbau vor dem Gebäude angelegt hat. Dazu gehört auch ein kleiner Kinderspielplatz mit Spielgeräten. Der Außenbereich umfasst rund 150 Quadratmeter und wird von zwölf Platanen beschattet, deren Kronen zu einem grünen Sonnenschutz zusammenwachsen sollen. Noch sind die Bäume freilich kahl. „Aber bis zum Frühling haben sie jetzt genug Zeit zum Anwachsen“, sagt Kurz.

Festzelt und Kapelle zur Eröffnung

Zur Eröffnung wird der Pächterin Birgit Grupp zufolge vor dem Gebäude ein Festzelt aufgebaut, in dem die Göppinger Bayernkapelle am Freitagabend, am Samstagnachmittag und am Sonntag von 11 Uhr an spielt. Am Freitag sei das Angebot an Speisen noch etwas eingeschränkt, am Samstag und Sonntag werde die Küche bereits alles auffahren, was die Speisekarte hergebe, nämlich schwäbische und bayrische Spezialitäten. Vor allem will die Gaststätte aber mit Bierspezialitäten punkten. Es gibt Andechser vom Fass und in der Flasche.

Der Andechser setzt eine alte Tradition fort, die viele bereits vergessen haben: Einst gab es ein Andechser Klosterbräu in der Marktstraße/Ecke Spitalstraße. Ein Bäcker hatte es im 19. Jahrhundert eröffnet, die Wirtschaft war offenbar sehr beliebt. Doch 1957 schloss sie. Danach machte dort die Hirschapotheke auf. Heute erinnert nichts mehr an das historische Gebäude. Es musste 1999 einem Neubau weichen.




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