Göppingen Teamviewer: Firmensitz bleibt in Göppingen

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Das weltweit bekannte IT-Unternehmen bekennt sich trotz des nahen Börsengangs zu seinem Standort in Göppingen. Im kommenden Jahr will es dort in ein neues Domizil ziehen.

Der Neubau am Bahnhofplatz ist bald bezugsfertig. Foto: Karen Schnebeck
Der Neubau am Bahnhofplatz ist bald bezugsfertig. Foto: Karen Schnebeck

Göppingen - So mancher Göppinger mag kurz geschluckt haben, als die Nachricht vor Kurzem die Runde machte: Der IT-Entwickler Teamviewer geht voraussichtlich Ende des Jahres an die Börse. Verliert Göppingen dann das Unternehmen doch noch, dass die Stadt so dringend am Ort halten wollte, dass sie bereit war, das Verwaltungszentrum zu verkaufen, das sie zurzeit am Bahnhof baut und das ursprünglich für die städtischen Mitarbeiter gedacht gewesen war?

Rund die Hälfte der weltweiten Mitarbeiter arbeiten in Göppingen

„Teamviewer wird in Göppingen bleiben“, versichert der Geschäftsführer Oliver Steil. Göppingen sei auch weiterhin der Firmensitz und der größte Standort des Unternehmens mit 400 Mitarbeitern aus mehr als 50 Nationen. Tatsächlich will das Unternehmen Steil zufolge bis Ende des ersten Halbjahres 2020 in das neue Domizil gezogen sein. Dort würden dann alle Göppinger Mitarbeiter versammelt, die bisher noch auf zwei Gebäude in der Jahn- und Davidstraße verteilt seien.

„Das neue Gebäude passt sehr gut für unsere aktuelle Mitarbeiterzahl und hat auch noch einen Puffer für weiteres Wachstum“, berichtet Steil. „Wir werden das Gebäude ausschließlich selbst nutzen.“ Denn die Belegschaft wachse – international vor allem an den neuen asiatischen Standorten, aber auch in Göppingen. Seit Anfang 2018 sei Teamviewer weltweit von rund 600 auf 800 Mitarbeiter gewachsen.

Börsengang soll Unternehmen bekannter machen

Der anhaltende Erfolg und das damit verbundene Wachstum sind auch der Grund für den jetzt geplanten Börsengang. Für das Unternehmen sei dieser der „nächste logische Schritt, um unser volles Potenzial zukünftig als börsennotierte Gesellschaft auszuschöpfen“, erläutert Steil. Außerdem sichere der Börsengang die Unabhängigkeit des Unternehmens, „so dass wir weiter daran arbeiten können, mit unserem Produkt alle Geräte und Betriebssysteme miteinander zu vernetzen“. Und schließlich solle die Börsennotierung helfen, die Marke Teamviewer noch bekannter zu machen.

Teamviewer hat die gleichnamige Fernwartungs-Software entwickelt, mit der man online Zugriff auf Computer bekommt und sie warten kann. Es befasst sich aber auch mit anderen digitalen Zukunftsthemen. Das Unternehmen galt lange Zeit als sogenanntes Einhorn, also als Start-up mit einer Marktbewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar.