Göppingen Vogelfutter-Guerilla trotzt Plakataktion

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Unbekannte torpedieren die Bemühungen der Stadt, die Taubenplage einzudämmen: Sie verteilen nachts immer wieder Taubenfutter in der Innenstadt.

Die Stadt appelliert mit Plakaten an die Bürger, Tauben nicht zu füttern. Foto: StZ
Die Stadt appelliert mit Plakaten an die Bürger, Tauben nicht zu füttern. Foto: StZ

Göppingen - Zurzeit steht der mächtige Aufsteller am Spitalplatz. „Vielen Dank, dass Sie die Tauben nicht füttern“, steht da in großen Lettern auf leuchtend rotem Grund neben dem Bild eines Taubenschwarms. In der Ecke , ebenfalls rot unterlegt, heißt es: „Tauben Füttern ist verboten und wird zur Anzeige gebracht.“ Womöglich gibt es tatsächlich den ein oder anderen, der sich von dem kaum übersehbaren Schild beeindrucken lässt. Doch so richtig durchgeschlagen hat der Versuch der Stadtverwaltung, die City weniger attraktiv für die Ratten der Lüfte zu machen, bisher nicht. Im Gegenteil.

Keiner weiß, wer die heimlichen Fütterer sind

Unbekannte sorgen offenbar regelmäßig dafür, dass sich die Stadttauben in Göppingen nicht nur von Krumen und anderen Essensresten ernähren müssen. Von der Plakataktion scheinen sie sich nicht stören zu lassen. Etwa alle zwei Wochen ist nachts jemand unterwegs, der in der Markt-, der Post- und der Hauptstraße sowie den Seitenstraßen am Fuß jedes Stadtbaums ein Häufchen Vogelfutter auslegt. Keiner weiß, ob es sich um fanatische Taubenfans handelt, ein altes Mütterchen, das sich um die Tiere sorgt, oder Spekulanten, die hoffen, dass Eigentum in der City irgendwann billig zu haben ist, wenn die Vögel weiter überall hin koten. Und keiner weiß, wann die Taubenfutter-Guerilla die nächsten Futterhäufchen platziert. Klar ist nur: Sobald die Häufchen da sind, lassen die Tauben sich die Körner gerne schmecken.

Gemeindevollzugsdienst hat das Problem im Visier

Das hat man auch im Rathaus mitbekommen. Wie der Stadtsprecher Dejan Birk-Mrkaja berichtet, berücksichtigt der Gemeindevollzugsdienst deshalb inzwischen bei der Planung der Streifen die Plätze, an denen die Futterhäufchen am häufigsten auftauchen. Die Körner seien von der Stadtreinigung und teilweise vom Gemeindevollzugsdienst und den Anliegern so schnell wie möglich beseitigt worden. Werden die Futter-Guerilleros erwischt, drohen ihnen – genau wie allen anderen Taubenfütterern – Geldbußen zwischen 25 und ein paar hundert Euro, je nach dem, ob es sich um Wiederholungstäter handelt und wie viel Futter sie verteilt haben.

Den Stadträten der Lipi-Fraktion ist das zu wenig. Sie bitten die Verwaltung in einem Brief, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung zu setzen. Unter anderem wollen sie wissen, wie gründlich der Gemeindevollzugsdienst kontrolliert und wie viele Bußgelder bisher verhängt wurden. Außerdem fordern sie einen Taubenschlag in der Innenstadt. Wie berichtet wird der im Oberhofenpark errichtete Schlag von den Tieren nicht angenommen, weil sie in der City mehr Futter finden. Die Lipi-Fraktion argumentiert, dann müsse der Taubenschlag – in dem die Eier der Tiere gegen Plastikeier getauscht werden um die Population zu dezimieren – eben verlegt werden.




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