Göppinger Apostelhöfe Im März rollen die Bagger an

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Die Nanz Stiftung investiert 25 Millionen Euro in der Göppinger City. Das historische Apostelhotel soll als Rekonstruktion neu erstrahlen

So soll das neue Apostelhotel aussehen. Das Gebäude ist als Rekonstruktion geplant, die sich am historischen Vorbild orientiert. Foto: Von Bock Architekten
So soll das neue Apostelhotel aussehen. Das Gebäude ist als Rekonstruktion geplant, die sich am historischen Vorbild orientiert. Foto: Von Bock Architekten

Göppingen - Dank einer exklusiv gestalteten Fassade soll das neue Apostelhotel in der unteren Marktstraße in Göppingen seinem historischen Vorbild möglichst ähnlich sehen. Das versicherten der Architekt Klaus von Bock und der Investor Florian Nanz von der Stuttgarter Paul Nanz GmbH und CoKG bei einem Pressegespräch mit dem Bauunternehmer und der Göppinger Verwaltungsspitze. Schon im März sollen die Arbeiten in den Apostelhöfen beginnen, kündigten die Akteure an.

Die Nanz Stiftung investiert 25 Millionen Euro in der Göppinger City

Die Nanz Stiftung investiert auf dem zentral gelegenen City-Grundstück rund 25 Millionen Euro in ein Hotel mit 130 Zimmern, einen Trakt mit 15 Mietwohnungen sowie mehrere Ladengeschäfte.

Hand in Hand werden die Arbeiten in den Göppinger Apostelhöfen voran getrieben. Während der Edeka-Markt im Erdgeschoss des alten Apostelhotels noch bis zum 31. März geöffnet sein wird, laufen die Vorbeitungen in dem neuen 1500 Quadratmeter großen Markt bereits an, den die Daiber Gesellschaft auf dem Grundstück Geislinger Straße Ecke Schützenstraße einrichtet. Die Eröffnung ist für Mitte April vorgesehen.

Für den Neubau des Hotels, einen Fachmarkt und das geplante Wohngebäude entlang der Grabenstraße, die sich um einen gemeinsamen Innenhof gruppieren, soll das Baufeld von Osten aufgerollt werden. Zunächst wird der aus den 1970er Jahren stammende Kino-Komplex MCC der Spitzhacke zum Opfer fallen, dann folgt das alte Apostelhotel. Angesichts der beengten Platzverhältnisse in der Göppinger Innenstadt rechnet der Oberbauleiter Mirko Karacic vom Bauunternehmen Züblin mit besonderen logistischen Herausforderungen. Über eine eigens östlich des Baufelds angelegte Baustraße soll nicht nur der Abraum entfernt werden, sondern auch die gesamte Versorgung der Großbaustelle im Ringverkehr erfolgen. Nach Fertigstellung des Projekts in rund zwei Jahren werde diese Apostelgasse das Quartier von Osten her für Fußgänger erschließen, kündigte der Baubürgermeister Helmut Renftle an.

Der Oberbürgermeister spricht von einem „Kleinod“

Wer das geplante Hotel in der Kategorie drei Sterne plus betreiben werde, wollten die Bauherren noch nicht sagen. Fest steht immerhin, dass das Konzept des amerikanischen Franchisegebers bereits in 16 ähnlichen Häusern im Bundesgebiet am Markt sei. „Wir haben hier einen großen Bedarf allein schon wegen der vielen Geschäftsreisenden, die bisher nach Bad Boll und Esslingen ausweichen mussten“, sagte der Göppinger Oberbürgermeister. Guido Till bezeichnete die geplante Rekonstruktion des bisherigen Apostelhotels als Kleinod.

Erstmals wird ein historisches Gebäude rekonstruiert

Das Hotel, das künftig weit in die Grabenstraße hineinragen und dort auch seinen Eingang haben wird, soll aus zwei Baukörpern bestehen und an seiner Kopfseite zur Fußgängerzone hin die Kubatur des bisherigen Altbaus nachahmen, erklärte der Architekt Klaus von Bock. Im Erdgeschoss werde es zwei hochwertige Ladengeschäfte geben. Nach Beratungen mit dem Göppinger Gestaltungsbeirat waren die ursprünglichen Pläne bezüglich der Höhe modifiziert worden. Geplant sind nun drei Obergeschosse. Während der Hotellängsbau an der Grabenstraße im obersten Geschoss mit Rücksicht auf die Umgebungsbebauung zurückspringt, soll die Rekonstruktion des Apostelbaus vollgeschossig ausgeführt werden.

Vorbildcharakter für mögliche andere Projekte in der Stadt attestierte Baubürgermeister Renftle dieser Rekonstruktion, die wegen der schlechten Bausubstanz und der geringen Geschosshöhen des Altbaus gewählt worden war. Über die Details der Fassadengestaltung am Neubau, die sich an der historischen Putzornamentik des Altbaus orientieren soll, müsse noch gesprochen werden. Erstmals hat man sich für den Weg der Rekonstruktion entschieden, weil viele Göppinger den Verlust des historischen Gebäudes im Stadtbild nicht hinnehmen wollten.