Göppinger Fußballer steigen auf Stadion wird fit für die Regionalliga

Nach dem Abpfiff gibt es kein Halten mehr: Die Fußballer des Göppinger SV haben den Aufstieg im entscheidenden Spiel in Gonsenheim perfekt gemacht. Foto: Giacinto Carlucci

Die Spieler feiern in Mallorca, und auch zu Hause ist der Jubel groß: Die Göppinger Fußballer haben am Dienstag den Aufstieg geschafft. Das Stadion muss nun fit für die Regionalliga gemacht werden.

Wir freuen uns mit dem SV, die ganze Sportstadt Göppingen ist stolz. Wir haben dem Sportverein auch gratuliert.“ Der Göppinger Oberbürgermeister Alex Maier stimmt am Morgen nach dem Aufstieg in den Jubel ein. Am Dienstagabend hatten die Kicker des GSV ihre starke Oberliga-Saison mit dem Sprung in die Regionalliga Südwest gekrönt. Künftig spielen die Rot-Schwarzen in der vierthöchsten deutschen Spielklasse. Die Spieler feiern ihren Erfolg auf Mallorca, die Stadt Göppingen bereitet inzwischen einen Empfang für sie vor.

 

Am 29. Juni ist beginnt das Training für das Abenteuer Regionalliga

Bei aller Freude weiß der Rathauschef, dass mit dem Aufstieg auch Auflagen verbunden sind. Das Stadion an der Hohenstaufenstraße, das der Stadt gehört, muss fit für die Regionalliga gemacht werden. „Wir werden direkt Gespräche mit dem Verein führen und schauen, welche Anforderungen es gibt und gemeinsam nach Lösungen suchen“, sagt Maier. So viel steht fest: „Ein neues Stadion werden wir nicht bauen“, meint der OB scherzhaft. Doch in das bestehende muss sicher einiges investiert werden, hier geht es auch um Fragen der Sicherheit. „Was genau gemacht werden muss, werden wir sehen“, so Maier.

Auch die Frage nach dem Nutzungsentgelt, also der Stadionmiete, steht im Raum. „Darauf habe ich noch keine Antwort“, meint der Oberbürgermeister. Er verweist auf den klammen Haushalt der Stadt. Darum wisse auch der Präsident Paul Lambert, der jetzt wieder in den Göppinger Gemeinderat gewählt wurde. „Das macht es nicht einfacher, aber ich bin guter Dinge, dass wir das hinkriegen. Dann sehen wir, was der Verein stemmen kann und was die Stadt.“ Im Übrigen stehe das Stadion nach der Generalüberholung nicht so schlecht da, „da haben wir viel investiert“. Aber die Bedingungen der Regionalliga müssten eben erfüllt werden. Maier geht davon aus, dass auch Sponsoren ihren Beitrag leisten werden. „Jetzt überwiegt die Freude über den herausragenden Erfolg, dann kommt die Arbeit“, bleibt der OB gelassen.

Paul Lambert weiß, dass nicht allzu viel Zeit zum Überlegen bleibt: „Das geht jetzt alles sehr schnell, die Zeit rast“, sagt er. Bereits am 29. Juni ist Trainingsauftakt und somit der Start in das Abenteuer Regionalliga. Bei den Auflagen geht es beispielsweise darum, die heimischen und die gegnerischen Fans voneinander zu trennen. Dazu muss auch der bestehende Gäste-Eingang vergrößert werden. Zudem müssen die Fußballer von der Kabine sicher durch eine Art Spielertunnel aufs Spielfeld gelangen. Auch ein Kameraplatz und ein Platz für die Polizei müssen geschaffen werden, sagt Lambert. Je nach Risikoeinschätzung der Polizei werden Beamte in einer gewissen Stärke bei den Spielen präsent sein.

Für den Fall, dass der Umbau nicht rechtzeitig fertig wird, haben die Verantwortlichen des SV vorgesorgt: Ausweichspielstätte wird die Centus-Arena in Aalen, von dort gibt es bereits grünes Licht. „Ziel ist aber, alle Spiele in Göppingen auszutragen“, betont der Präsident. Dies habe höchste Priorität, weil das auch die Fans so wollen, unterstreicht Lambert. Die Spiele des Göppinger SV sollen ein Erlebnis und das Stadion voll werden, wünscht sich der Präsident. In der Oberliga sei der Zuschauerschnitt gut bis sehr gut gewesen, Ziel sei, diesen noch zu verdoppeln, stellt sich Paul Lambert vor. Zunächst soll dies über mehr Stehplätze gelingen. Der Vereinschef will die Strukturen Schritt für Schritt hochfahren: „Vorsichtig, aber so, dass wir die Liga halten können.“

Dass die Stadt den Verein unterstütze, daran hat er keine Zweifel. Die Zusammenarbeit sei bisher sehr gut und konstruktiv gewesen. Auch von den Sponsoren gebe es positive Signale, mancher Geldgeber habe von sich aus gesagt, bei der Stange zu bleiben. „Wir spüren einen Zulauf, der Freundeskreis gedeiht. Das gibt Mut“, fasst Lambert zusammen, macht aber auch deutlich: „Wir haben einen riesigen Berg vor uns und können jegliche Unterstützung brauchen.“ Dem Präsidenten sei am Dienstagabend beim Spiel in Mainz klar geworden: „Wir spielen künftig wortwörtlich in einer anderen Liga.“ Davon bleiben eventuell auch die Eintrittsgelder nicht unberührt, eine Erhöhung sei nicht ausgeschlossen, aber da habe die Regionalliga ein Wörtchen mitzureden.

Die Wirtschaft im Filstal sieht im Sport einen Standortfaktor

Eine erste Reaktion zum Aufstieg des Göppinger Sportvereins kam von Gernot Imgart: „Ich gratuliere zu diesem großen Erfolg und freue mich riesig für alle Beteiligten. Göppingen ist jetzt eine Sportstadt mit Hand und Fuß“, sagt der Leitende Geschäftsführer der IHK-Bezirkskammer Göppingen. „Für unsere Wirtschaft im Filstal ist der Sport insgesamt ein wichtiger Standortfaktor. Er verbindet Menschen und sorgt für eine hohe Strahlkraft über das Filstal hinaus.“

Aufstiegs-T-Shirts vorsorglich im Gepäck

Zitterpartie
 Als der SV Gonsenheim in der 73. Minute des Spiels um den Aufstieg in die Regionalliga gegen den Göppinger SV nach 0:2-Rückstand zum 2:2 einnetzte, wurde die Nervosität in den Reihen des Sportvereins groß. Das änderte sich fünf Minuten später, als Luca Piljek das 3:2 markierte. Arm in Arm verfolgte die Göppinger Bank nebst Betreuern die restlichen Spielminuten, ehe nach dem zweiten Streich von Piljek in der Nachspielzeit zum 4:2-Endstand der Jubel keine Grenzen kannte. Im Vollsprint rasten seine Mitspieler auf ihn zu, umarmten ihn und ließen sich vor der Fankurve feiern. „Das ist ein unglaubliches Gefühl“, schwärmte der Youngster zwischen Bier- und Sektdusche und rot-schwarzen Rauchschwaden.

Sieger
Auch die passenden Aufstiegs-T-Shirts hatten die Göppinger vorsorglich schon mit im Gepäck, die gleich nach dem feststehenden Aufstieg übergestreift wurden.

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