Sindelfingen - Mitte 2020 als „Coup“ der Öffentlichkeit vorgestellt, hat Breuninger seine Pläne für das Sindelfinger Goldbach-Quartier fortgeschrieben. Das Stuttgarter Unternehmen hat keinen Hotelneubau mehr in seinem Masterplan. Dafür eine möglichen Anschluss an die Stadtbahn, sollte die eines Tages von Vaihingen her nach Sindelfingen führen. „Wir wollen einen bestmöglichen Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr“, sagte Breuninger-Projektleiter Dominik Veltjens am Mittwochabend auf einer digitalen Bürgerinfo.
Was ist ein Mobilitäts-Hub?
Neben den bisherigen zwei Buslinien soll demzufolge auch die Schiene die Kundschaft zum Breuningerland bringen. Obschon der regional ausstrahlende Einkaufsmagnet einen neuen Autobahnvollanschluss bekommt, soll das Aufkommen an Individualfahrten nicht unbedingt steigen. Breuninger will die immens großen oberirdischen Parkplatzflächen auflösen.
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Stattdessen sollen die Autos der Kundschaft in der jetzigen Parkpalette unterkommen. Das Parkhaus soll dafür umgebaut und aufgestockt werden. Es soll zugleich ein „Mobilitäts-Hub“ werden. „Hub“ ist englisch und steht für einen Knotenpunkt. Hier soll, ähnlich dem Mobilitätspunkt am Bahnhof, ein Mix aus allen Verkehrsmitteln angesiedelt sein: Fahrrad, E-Bikes, E-Scooter, Carsharing. Der Stadtverkehr soll den „Hub“ andienen.
Wird die Breuningerfassade grün?
Die Visualisierungen eines modernisierten Breuningerlands stammen von „Werk Arkitekter“ aus Kopenhagen. Die Dänen haben in ihren Ansichten die Einkaufsmall komplett grün eingehüllt. Das soll kein Green-Washing sein, versichert Projektchef Veltjens. Man prüfe, wie sich eine Bepflanzung des Einkaufstempels technisch realisieren lasse. Gehe das, werde es gemacht. Die Optik des Breuningerlands wäre dann eine ganz andere – und neben dem Auge der Stadtökologie gedient. Der größte Beitrag zum Klimaschutz freilich resultiert aus dem Verzicht auf den Parkplätze-Asphalt. Nichts heizt das Stadtklima so sehr auf wie solche fußballfeldgroßen Flächen, die die Sommersonne reflektieren. Breuninger will die „Introvertiertheit“ des Breuningerlands umkrempeln. Es solle sich „extrovertieren“, sagt Dominik Veltjens, nach außen öffnen. In den Visualisierungen sind im Bereich der Atrien keine Milchglasscheiben mehr zu sehen, sondern Schaufenster mit Auslagen.
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Wo kommen weitere Läden hin?
Die dem Breuningerland genehmigte Vergrößerung der Einzelhandelsfläche um 9800 Quadratmeter wird sich westlich des jetzigen Media-Markts niederschlagen. Hier wird angebaut – was die Fläche des Centers um rund ein Drittel vergrößert und dessen Standort für die Zukunft sichern soll. Über die zusätzliche Zahl von derzeit gut 120 Shops werden noch keine Angaben gemacht.
Gibt es auch Wohnraum zur Miete?
Nördlich vom Goldbach, der dem 20 Hektar großen Quartier seinen Namen gibt, soll künftig gewohnt werden – möglichst in „Holzhäusern“, so Dominik Veltjens. Der das Quartier durchziehende Bach solle aufgeweitet und als Freizeit- und Naherholungsraum aufgewertet werden. Auf die Frage, ob die Wohnungen verkauft oder vermietet werden, sagt er: Möglicherweise sogar der größere Teil sollten Mietwohnungen sein. Im Goldbach-Quartier sei jeder willkommen, weist er auf fünf, sechs Plätze hin, wo es Kinder- und Wasserspielplätze, Sitztreppen und Inliner-Park geben soll – Attraktivität ohne Konsumorientierung. Hier sollen Möglichkeiten zum Chillen sein, für Feiern, Veranstaltungen, ab und an ein kleines Konzert.
Wäre auch Platz für Bildung?
In Büro(hoch)bauten entlang der A 81 könnte Platz sein für eine (Fach-)Hochschule, wie sie verschiedentlich für Sindelfingen angeregt worden ist. Aber auch das Stern-Center war dafür schon im Gespräch. Eishockeyspieler Jörg Mornhinweg als Teilnehmender regte eine Eissporthalle an – oder eine winterliche Eislauffläche. Veltjens nahm die Idee „gerne auf“. Bitzer, der Kühlmittelspezialist als Nachbar, könnte die eiskalten Temperaturen dafür liefern.