„Goldbach-Terrassen“ in Sindelfingen Neues Quartier mit sozialem Herz
An der Schwertstraße in Sindelfingen sollen Wohnungen, Apartments und Büros gebaut werden. Das Grundstück mit dem Namen „Goldbach-Terrassen“ ging bereits über den Ladentisch.
An der Schwertstraße in Sindelfingen sollen Wohnungen, Apartments und Büros gebaut werden. Das Grundstück mit dem Namen „Goldbach-Terrassen“ ging bereits über den Ladentisch.
Die Hamburger Immobilienfirma Revitalis hat das Grundstück der Goldbach-Terrassen an der Schwertstraße in Sindelfingen verkauft. Der Käufer ist ein berufsständisches Versorgungswerk – um wen es sich genau handelt, hat die Gesellschaft aber noch nicht bekannt gegeben. Auf dem knapp 12 500 Quadratmeter großen Grundstück soll ein gemischtes Quartier zum Leben und Arbeiten entstehen. Auf rund 38 000 Quadratmetern Geschossfläche werden Wohnungen, Senioren-Apartments und Apartments zur Kurzzeit-Miete gebaut, sowie Büros, Gastronomie, eine Kindertagesstätte, Nahversorgung und ein Fitness-Center.
Den Entwurf hat das Düsseldorfer Büro RKW+ Architektur geliefert. Das neue Gebäudeensemble formiert sich um eine bewusst gestaltete Quartiersmitte. Dieser mit viel Grün und Wasser gestaltete Platz bietet Raum für die Außengastronomie und soll das soziale Herz des neuen Quartiers bilden.
Auch nach dem Verkauf bleibt die Revitalis im Spiel. Sie hat das Mandat, das Bebauungsplanverfahren nebst Projekt-Management und die Vermögensverwaltung für den Käufer durchzuführen.
Auch die Stadt Sindelfingen hält sich mit Informationen zurück. Wie die Stadt mitteilt, „wird sie sich mit dem Vorhabensträger weiter abstimmen“ und auch der Gemeinderat werde sich im weiteren Verlauf mit dem Projekt befassen.
Das Verfahren war ins Stocken geraten, weil die Revitalis im Jahr 2023 in die Insolvenz gegangen war. Die finanzielle Notlage damals sei durch eine Kombination aus gestiegenen Finanzierungs- und Baukosten sowie den auslaufenden Neubauförderungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau seit dem Frühjahr 2022 entstanden, sagte das Unternehmen damals. Verschärfend sei die Zurückhaltung potenzieller Investoren hinzugekommen, bedingt durch eine instabile Marktumgebung, heißt es von Seiten der Revitalis.
Der Hamburger Projektentwickler war damals kein Einzelfall. Nachdem sich seit Anfang 2022 der Zins für Baukredite in etwa vervierfacht hatte, waren eine Reihe von Firmen pleite gegangen. Die gehäuften Insolvenzen etwa von Gerchgroup, Development Partner, der Project-Gruppe, Euroboden, Revitalis und Centrum in dieser Zeit sprachen damit gegen unternehmerische Einzelfälle und deuteten eher auf eine Marktbereinigung hin.
Seit April 2024 saniert sich die Revitalis durch ein Eigenverwaltungsverfahren und versucht, sich unter dem neuen Namen Revitalis Development neu auszurichten. „Der Verkauf des Projekts Goldbach Terrassen ist ein weiterer wichtiger Meilenstein des Sanierungsprozesses“, schreibt der Sachwalter Sven-Holger Undritz, vom Sanierungsunternehmen White & Case in einer Mitteilung. Durch diese Transaktion werde nicht nur die finanzielle Basis der neuen Revitalis Development gestärkt, heißt es in der Pressemitteilung weiter, gleichzeitig werde eine weitere Grundlage für eine nachhaltige Neuausrichtung als Vermögensverwalter und Beratungsunternehmen geschaffen. Das Vertrauen der Investoren zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, um die Revitalis in eine stabile Zukunft zu führen“, erklärt der Sachwalter Sven-Holger Undritz.
Die Revitalis wird in dem Sanierungsverfahren von der Unternehmensberatung Falkensteg aus Düsseldorf begleitet. Der Falkensteg-Partner und Restrukturierungsexperte Tillmann Peeters ist zudem Generalbevollmächtigter von Revitalis.