„Goldener Rollstuhl“ für Urlaubsideen Für barrierefreie Touristik-Ideen ausgezeichnet

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Das Zentrum selbstbestimmt Leben hat auf der Tourismusmesse CMT vier Unternehmen mit dem „Goldenen Rollstuhl 2016“ ausgezeichnet.

Klaus Ruddat von Foto: privat
Klaus Ruddat von Foto: privat

S-West - Das Zentrum selbstbestimmt Leben (ZsL) hat auf der Tourismusmesse vier Unternehmen mit dem „Goldenen Rollstuhl 2016“ ausgezeichnet. Das Zentrum ist wie schon in der Vergangenheit wieder mit einem eigenen Stand auf der CMT vertreten. „Als einziger Messestand widmen wir uns ausschließlich dem Themengebiet des barrierefreien Tourismus“, sagt der Erste Vorsitzende Friedrich Müller. Die Kandidaten für den „Goldenen Rollstuhl 2016“ hat eine Jury aus Experten ermittelt – Vorstand und Mitarbeiter des ZsL, die selbst von einer Behinderung betroffen sind. Die Auszeichnung dient allein der Ehre, ein Preisgeld gibt es nicht. „Wir haben wieder vier würdige Preisträger gefunden, die mit spannenden Angeboten überzeugen“, so Müller.

Stressfrei buchen

In der Kategorie „Reisebroschüren“ wurde der belgische Tourismusverband Visitflanders mit einem Preis bedacht. Er hat einen Reiseführer über die belgische Nordseeküste und ihre Umgebung veröffentlicht, der dem Nutzer ein umfassendes Bild über den aktuellen Stand der Barrierefreiheit in der Küstenregion bietet. Den Schwerpunkt bilden dabei Gemeinden in unmittelbarer Nähe des Küstenstreifens sowie die Hafenstadt Brügge. Dabei werden die Zugänglichkeit von Restaurants, Kultureinrichtungen wie Theatern und Museen sowie öffentlichen Gebäuden und Parks sowohl für Rollstuhlfahrer sowie für sehbehinderte Menschen detailliert beschrieben und klassifiziert.

In der Kategorie „Reiseveranstalter“ hat das ZsL das junge Unternehmen „Erholung und mehr Meer Leben“ aus Mannheim, das im vergangenen Jahr gegründet wurde, ausgezeichnet. Nach einer kostenlosen Beratung organisieren die Mitarbeiter gemeinsam mit Reisebüros und anderen Reiseveranstaltern Individual- oder Gruppenreisen rund um den Globus, die auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zugeschnitten sind. Das kleine Unternehmen unterhält Kooperationen mit Hotels und Dienstleistern, insbesondere mit Pflegediensten und sorgt vor Ort für die benötigten Hilfsmittel. Bei allen Angeboten wird das Augenmerk auf größtmögliche Barrierefreiheit gelegt. So wird Betroffenen eine barrierefreie Reise möglich ohne, dass sie sich zuvor mit dem üblicherweise hohen Organisationsaufwand herumplagen müssen.

All-Inklusive

Im Bereich „Kultur und Freizeit“ hat sich die Jury des ZsL für das Haus Werdum im gleichnamigen Luftkurort in Ostfriesland entschieden. Die Ferienunterkunft der Familie Vogt bietet neben Barrierefreiheit eine Gästebetreuung, die es den Reisenden mit Mobilitätseinschränkungen ermöglicht, ein umfangreiches Kultur- und Freizeitangebot in der Nordseeregion zu nutzen. So wird zum Beispiel jedes Jahr ein Rollstuhlbasketballturnier organisiert, an dem Mannschaften aus Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern teilnehmen. Es werden Kutschfahrten angeboten und Besuche in Museen sowie barrierefreie Schiffstouren. „Familie Vogt und ihre Mitarbeiter zeigen mit ihrem vielfältigen Engagement, das Inklusion und Teilhabe im Bereich Kultur und Freizeit keine leeren Floskeln sein müssen, sondern im Alltag konkret umgesetzt werden können. Und dafür gibt es den goldenen Rollstuhl in dieser Kategorie“, heißt es in der Begründung der Jury.

Das Hotel Sportforum in Rostock wurde in der Kategorie „Hotels und Unterkünfte“ ausgezeichnet. Dort haben Menschen mit Behinderung einen festen Arbeitsplatz. Rollstuhlfahrer können hier einzeln und in Gruppen ihre Sportart trainieren oder einfach Urlaub machen. In den sogenannten Paralympic-Suiten stehen in dem Hotel insgesamt neun barrierefreie Zimmer zur Verfügung. Barrierefrei gestaltete Tagungsräume für entsprechende öffentliche und private Veranstaltungen ergänzen dieses das Angebot für Sport-, Freizeit- und Urlaubsaktivitäten an der Ostsee.




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