Goldraub-Prozess am Landgericht Stuttgart Rapper Xatar entlastet mutmaßlichen Goldräuber

Der Rapper Xatar aus Bonn hat als Zeuge im Goldraub-Prozess ausgesagt. Foto: dpa/Sebastian Gollnow
Der Rapper Xatar aus Bonn hat als Zeuge im Goldraub-Prozess ausgesagt. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Der Rap-Musiker Xatar hat vor dem Landgericht Stuttgart einen Kumpel entlastet. Der Musiker sagte aus, der Angeklagte sei bei dem Goldraub im Jahr 2015 nicht dabeigewesen.

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Stuttgart - Im Prozess um einen Überfall auf einen Goldtransport in der Nähe von Ludwigsburg vor elf Jahren hat der später deswegen verurteilte Rap-Musiker Xatar einen mutmaßlichen Komplizen vor Gericht entlastet. „Nein, er war nicht dabei“, antwortete der 39-jährige Wahl-Kölner am Dienstag am Landgericht Stuttgart als Zeuge auf die Frage, ob sein angeklagter Bekannter beim damaligen Beutezug Mitglied der Bande gewesen sei.

Xatar („Alles oder Nix“) galt nach dem Überfall als Kopf der mindestens fünfköpfigen Räubergang. Die Männer, die ihre Haftstrafen bereits seit einigen Jahren abgesessen haben, hatten den aus Nürnberg kommenden Transporter am 15. Dezember 2009 als Polizisten der Steuerfahndung verkleidet von der Autobahn 81 bei Ludwigsburg unter eine Autobahnbrücke gelotst und damit geradewegs in die Falle gelockt. Die zwei Fahrer des Werttransports wurden gefesselt und in einem Waldstück bei Heilbronn ausgesetzt.

Bei dem Raub erbeuteten die Täter nach offiziellen Angaben 120 Kilogramm Schmuck und Zahngold im Wert von schätzungsweise rund 1,7 Millionen Euro. Von der Beute fehlt bis heute jede Spur.

Xatar musste fünf Jahre absitzen

Sechs Männer, darunter auch Xatar, waren später zu Haftstrafen zwischen vier und neuneinhalb Jahren verurteilt worden. Xatar musste fünf Jahre absitzen. Der Musiker hatte damals vor dem Landgericht ein Geständnis abgelegt.

Der mutmaßliche siebte Komplize muss sich seit der vergangenen Woche in einem Prozess am Landgericht in Stuttgart verantworten. Der 36-jährige Familienvater soll bei dem Coup einen der beteiligten Wagen gefahren und die Beute in Sicherheit gebracht haben. Dafür habe er seinen VW-Bus benutzt. Der Mann aus dem Raum Bonn bestreitet die Vorwürfe allerdings vehement. Er sagt, er habe ein Alibi. Er sei auch kein Mitwisser der Tat. Er habe überhaupt nichts von dem geplanten Goldraub gewusst.

Gegen ihn hatte die Staatsanwaltschaft bereits vor Jahren ermittelt. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Weil sein Name in den Urteilen der Goldräuber aber auftauche, stehe er jetzt vor Gericht, so einer seiner beiden Verteidiger.

Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft ist der Mann der einzige Tatverdächtige, gegen den im Zusammenhang mit dem Goldraub noch ermittelt wird. Der Prozess ist bis 30. Juli terminiert.




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