Goldraub-Prozess Rapper gesteht Vorbereitung des Raubs

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Die Idee zu dem Überfall auf einen Werttransporter im Dezember 2009 soll laut einem 29-jährigen Angeklagten ein Hintermann gehabt haben.  

Zwei Monate nach dem Coup sind die ersten Tatverdächtigen gefasst und nach Ludwigsburg gebracht worden. Foto: factum/Archiv
Zwei Monate nach dem Coup sind die ersten Tatverdächtigen gefasst und nach Ludwigsburg gebracht worden. Foto: factum/Archiv

Stuttgart - Ein halbes Jahr, seit Prozessbeginn, haben die fünf wegen Goldraubs angeklagten Männer geschwiegen. Für den Verhandlungstag am Montag hatten nun drei von ihnen Geständnisse angekündigt. Den Anfang machte ein Mann, der als Rapper einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Wegen Geldproblemen habe er bei dem Überfall auf den Goldtransporter im Dezember 2009 auf der A 81 bei Ludwigsburg mitgemacht, ließ der 29-Jährige über seinen Anwalt erklären. Die Idee zu dem Coup stamme von Donald S., einem Geschäftspartner jenes Goldhändlers, dem die Ladung und das Fahrzeug gehörte. Wegen Gesundheitsproblemen steht Donald S. nicht vor dem Stuttgarter Landgericht. Wo das geraubte Altgold und der Schmuck im Wert von rund 1,7 Millionen abgeblieben sind, wisse er nicht, ließ der Rapper seinen Anwalt erklären.

Abgebrannt sei er im Sommer 2009 gewesen. Das Finanzamt habe sein Konto gepfändet, und er sei verschuldet gewesen, ließ der Musiker über den Verteidiger wissen. Einer der Mitangeklagten, ein Uhrenhändler aus Moskau, habe den Kontakt zu dem mutmaßlichen Drahtzieher hergestellt, der durch seine guten Kontakte ins Filmgeschäft und zu Musikproduzenten die Karriere des Rappers habe ins Laufen bringen sollen.

Beim ersten Zusammentreffen soll Donald S. dem Musiker außer Konzertterminen noch ein anderes Geschäft vorgeschlagen haben: den Überfall auf den Transport des Altgold- und Schmuckhändlers aus dem Nürnberger Raum. "Aus Geiz lässt er meist seinen Schwiegersohn fahren", soll Donald S. erklärt haben. Gewalt sei nicht notwendig, "was mir persönlich sehr wichtig war", ließt der Rapper seinen Verteidiger übermitteln. Der Drahtzieher habe erklärt, dass der Bestohlene nicht zur Polizei gehe, weil bei dessen Geschäften "nicht alles mit rechten Dingen" zugehe. Deshalb sollten sich der Musiker und sein Komplize als Beamte der Steuerfahndung ausgeben.

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