Noch ist der letzte Abschlag nicht getan, noch fehlt der letzte Putt – dennoch ahnen sie beim Stuttgarter Golfclub Solitude mit Unbehagen, was nach dem letzten Spieltag der Bundesliga der Herren Realität sein wird: der Abstieg. „Noch ist es nicht amtlich“, betont Simon Schmugge, der Geschäftsführer des Clubs aus Mönsheim.
Am übernächsten Wochenende (20./21. Juli) treffen sich die fünf Teams zum Saisonfinale in Mannheim. Das Schlusslicht steigt danach in die zweite Liga ab, und diesen Platz wird der Stuttgarter GC unweigerlich innehaben. Das Team von Trainer Marijan Mustac ist mit fünf Punkten Rückstand aufs rettende Ufer Letzter. Selbst, wenn es den Spieltag gewinnt und fünf Punkte einfährt – was unwahrscheinlich ist, weil die Mönsheimer an den vier Spieltagen zuvor bestenfalls Platz vier belegt hatten – reicht es nicht, weil der Vorletzte der Frankfurter GC mindestens einen Punkt holen wird.
Die Liga-Arithmetik ist Simon Schmugge wohlbekannt, er weiß dass die Herren im nächsten Jahr in Liga zwei abschlagen. Dass der GC Solitude vor einer schwierigen Saison stehen würde, war allen Beteiligten klar. Es hatte vor der Saison einen recht starken Umbruch gegeben, Kapitän Ingmar Peitz hatte aus persönlichen Gründen das Schiff des deutschen Meisters von 2019 verlassen.
Auch die bewährten Kräfte Jonas Kugel (Beruf) und Vincent Wilhelm (Clubwechsel) hatten sich in Mönsheim verabschiedet. Die Routiniers Max Holzwarth und Tobias Hein sollten die Verantwortung übernehmen und junge Kräfte wie Lauri Lean Diener und Lukas Klimek auf Erstliga-Niveau hieven. Das Ziel hieß Klassenerhalt, der Plan ging nicht auf. „Die Jungen haben gut gespielt“, betont Schmugge, „aber die Cracks der Gegner waren eben diesen einen Tick noch besser.“
Schmugge hofft auf nur eine Ehrenrunde
Trotz der Unterstützung von Profi Yannick Schütz an drei von vier Spieltagen konnte die Fahrt im Aufzug nach unten nicht abgewendet werden – der Betriebsunfall soll umgehend im nächsten Jahr behoben werden. „Ich hoffe“, sagt Schmugge, „dass es lediglich eine Ehrenrunde geben wird – und nicht wie im Fußball der einstige Bundesliga-Dino Hamburger SV nun schon seit fünf Saisonen vergeblich versucht, ins Oberhaus zurückzukehren.“ Yannick Schütz wird auch im Unterhaus für den GC Solitude aufs Green gehen, falls sein Turnierplan das zulässt. Auch dort ist ein Profi pro Team zugelassen.
Damen vor dem Final-Four
Die Damen schwimmen dagegen auf der Erfolgswelle. Das Team von Trainer Heiko Burkhard steht vor dem Einzug ins Final-Four-Turnier – vor dem letzten Spieltag hat der GC Solitude drei Punkte Vorsprung auf den Münchner GC. „Wir treten in Bestbesetzung an“, verspricht Schmugge.