Golf-Profi aus Leonberg Yannick Schütz feiert größten Erfolg der Karriere

Yannick Schütz studierte in den USA und verbesserte sein Golf-Spiel – seit 2022 ist der 25-Jährige Profi. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Der Golf-Profi aus Leonberg feiert bei den Czech Masters in Prag auf der European Tour seinen größten Erfolg und kassiert dafür 18 000 Euro. Dabei fühlte er sich nicht immer wohl.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Es ist wohl schon was ganz Besonderes, neben Victor Perez eine Runde Golf zu spielen. Nicht nur, weil der Franzose 1,98 Meter groß ist und man sich schon deshalb irgendwie klein vorkommt. Vielmehr liegt es daran, dass der 31-Jährige schon sieben Siege auf der European Tour gefeiert hat und es schon mal bis auf Platz 29 der Weltrangliste gebracht hat. „Es war tatsächlich ein wenig einschüchternd“, erzählt Yannick Schütz, „ich habe mich gefühlt wie ein Kreisliga-Spieler, der mit einem Champions-League-Star spielt. Das war schon krass.“

 

Es war keine Benefizaktion oder ein Lotteriegewinn, der den Jungprofi aus Leonberg in die unmittelbare Nähe des Ryder-Cup-Spielers brachte. Es war der Beruf. Der 25-Jährige, der beim Bundesligisten Stuttgarter Golf-Club Solitude aus Mönsheim groß geworden ist und seit 2022 als Profi aufs Grün geht, schlug bei den Czech Masters in Prag auf. Zwar mag ihn die Anwesenheit von Victor Perez auf den Spielrunden ein Stück weit beeindruckt haben, ein Nervenflattern oder zittrige Hände hat das nicht ausgelöst. Am Ende stand der Name des Deutschen in der Ergebnisliste auf Platz 25, und diese solide Leistung wurde mit 18 000 Euro Preisgeld belohnt. „Das ist mein größter Erfolg meiner Karriere“, freut sich Yannick Schütz, „ich bin unfassbar stolz darauf, wie ich mich verkauft habe.“ Auf einer der letzten Bahnen hatte der gebürtige Leonberger einen eher leichten Putt verpatzt und war noch ein paar Plätze zurückgefallen. „Dieser Patzer war bestimmt gut 10 000 Euro wert“, scherzt Schütz.

Er kann es verschmerzen, zwar geht es in seiner Rolle als Neuling im Profigeschäft natürlich darum, ein paar Euro für den Lebensunterhalt zu verdienen – viel entscheidender für die Zukunft sind aber andere Parameter. Es geht darum, in der Szene wahrgenommen zu werden; darum, sich einen Namen zu schaffen und selbstverständlich darum, Erfahrungen zu sammeln, die man ausschließlich bei Wettbewerben dieser Wertigkeit ergattern kann. Denn die European Tour ist die zweithöchste Liga in der Welt des Golfsports, darüber thront nur noch die PGA-Tour, die die wichtigsten Turniere betreibt.

Hohe mentale Belastung bei 72 Loch

Aus Prag hat Yannick Schütz einiges zur Prämie mit nach Hause gebracht. Er wurde registriert, und zwar dank Platz 25 positiv; der Geschäftsführer der European Tour, Keith Pelley, schüttelte ihm die Hand, was für Yannick Schütz ein „absolut krasser Eindruck“ gewesen ist. Darüber hinaus lernte der Jungprofi die mentale Belastung kennen, die einem bei so wichtigen Turnieren auch negativ zusetzen kann. 72 Loch (vier Partien) sind fordernd, gerade auch, wenn das gesamte Gelände unbekannt ist. „Man muss so vielen neuen Eindrücken stand halten“, erzählt der 25-Jährige, „ich wollte zeigen, was ich kann und auf keinen Fall irgendwann einbrachen – das über mehrere Tage ist mental ungeheuer anstrengend.“

Ziel ist die European Tour

Der junge Mann hat eine weitere Lektion auf seinem Weg nach oben bestanden, gerade auf der European Tour war ihm das wichtig, denn „das ist die Liga, in der ich mich in meiner Zukunft sehe – deshalb war das wertvoll fürs Selbstvertrauen“. Dass es aber auch anders laufen kann, hat Yannick Schütz bei einem Turnier in Schweden am vergangenen Wochenende erfahren – nach einer mäßigen Auftaktrunde mit 75 Schlägen legte er die Golftasche beiseite. Übrigens: Victor Perez beendete die Czech Masters auf Platz elf, mit drei Schlägen weniger als Yannick Schütz.

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