Drei Sterne für eine Übernachtung lassen auf oberes Mittelmaß mit sauberer Bettwäsche und Filterkaffee aus Thermoskannen hoffen. Gilt das auch, wenn man unfreiwillig eincheckt?

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Stuttgart - In die Falle gehen, das sagt man umgangssprachlich auch, wenn man in die Heia geht – also ins Bett. Doch in die Falle geht man, so man sich unredlich verhalten hat, mitunter auch der Polizei. Das eine und das andere kombiniert ergibt dannn eine Nacht im Gewahrsam der Polizei. Das ist eine, sagen wir mal, eher zweckmäßig bis spartanisch ausgestattete Einrichtung auf dem Gelände des Stuttgarter Präsidiums am Pragsattel. Verkehrsgünstig gelegen, aber nur mit Streifenwagen und meist auch nur in Handschellen zugänglich.

Da hätten wir also schon einen Plus- und einen Minuspunkt der Absteige. Einige Spaßvögel im Netz haben sich erlaubt, das in Google-Bewertungen zu übersetzen. Wer kennt es nicht: Kaum hat man seinen Kaffee bezahlt, hat einen die Suchmaschine schon gefunden und will wissen, wie man es da fand, wo man ihn trank. Dafür kann man dann Sterne vergeben, von einem für plörrigen Muggefugg bis fünf für Barista-Qualität mit Latte-Art-Finish.

Wie schmeckt wohl der Kaffee?

Welchen Standard die Heißgetränke hinter schwedischen Gardinen haben, das wollen wir lieber gar nicht erst nicht herausfinden. Doch was die Polizei beziehungsweise deren Social-Media-Redaktion gefrühstückt hat, das wissen wir: ziemlich sicher einen Clown. In einem Beitrag auf der Plattform Facebook erschien dieser Tage ein Quiz, was so eine Nacht hinter schwedischen Gardinen wohl kosten und wie komfortabel es dort sein möge.

Ganz im Duktus der Millionen Hotelkritikerinnen und -kritiker auf diversen Bewertungsportalen beschrieben die Witzbolde die Nacht in schillernden Farben: Ein Shuttle-Service bringt die Gäste rauf auf den Pragsattel, und exklusiv ist das Ganze auch noch: Selbstbuchungen kann man nicht vornehmen, die Polizei wählt sich ihre Gäste schon selbst aus.

Der eher unlustige Spaß einer Übernachtung in polizeilichem Gewahrsam koste übrigens mindestens 100 Euro. Mit Blaulicht-Shuttle und Arztbesuch sogar bis zu 180 Euro. Dafür kann man in Stuttgart sicher bequemer schlafen – auch ohne Clown zum Frühstück.

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