Um den Weg zu einem unbekannten Ort zu finden, ist er für viele die erste Wahl: Googles Kartendienst Maps. Dabei ist das einfach Berechnen einer Route längst nicht mehr alles, was sich mit dem Programm anstellen lässt.
Stuttgart - Hawaii, Paris, New York, San Francisco: Sehnsuchtsorte. Für viele Menschen rund um den Globus bleibt es aber ein Traum, diese Destinationen zu besuchen.
Zumindest ein bisschen Abhilfe schafft der Kartendienst Google Maps mit seinem Zusatzdienst „Street View“, der 360-Grad-Panorama-Bilder verschiedenster Orte abbildet. Der Dienst, mit dem mittlerweile nicht nur das Straßennetz, sondern auch Sehenswürdigkeiten, Museen und Routen abseits der Hauptverkehrswege erkundet werden können, bietet aber noch mehr.
Toiletten, Schlafplätze und eine Reise um die Welt
Auf spektakuläre Art und Weise lässt sich die Erde mit „Travel by Drone“ erkunden. Auf dieser Weltkarte können Nutzer selbstgedrehte Videos hochladen. Die Auswahl ist gigantisch, ebenso der Wow-Effekt. Der Besucher kann beispielsweise über das Kolosseum in Rom fliegen, vorbei an Giraffen und Flusspferden durch die Serengeti gleiten oder durch die Häuserschluchten New Yorks schweben. Zugegeben, das echte Urlaubsgefühl ersetzen die Videos nicht, das Fernweh verstärken sie definitiv.
Findige Internetnutzer kommen aber auch auf ganz andere Ideen, Google Maps zu nutzen – die Möglichkeiten scheinen beinahe grenzenlos. Das liegt nicht nur an der schieren Größe der Erde, sondern auch am Erfindungsreichtum der User.
Drückt die Blase? Mit der App „Airpnp“, die auf dem Google Kartensystem basiert, lässt sich im Handumdrehen ein stilles Örtchen finden. Privatpersonen können mit Hilfe der Karte ihr Toilette der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, Nutzer diese nach verrichtetem Geschäft bewerten.
Um ein weiteres, äußerst menschliche Bedürfnis kümmert sich „Google Naps“. Auf dieser Karte können Freunde des gepflegten Nickerchens müden Gleichgesinnten Empfehlungen für einen Mittagsschlaf geben.
Ein Blick aufs Anwesen der Super-Reichen
Wer schon immer wissen wollte, wer in direkter Nachbarschaft zu Playboy-Gründer Hugh Heffner wohnt, wer in den Hamptons direkt im Sand steht, wenn er zur Balkontür hinaus geht, oder wie viele Autos in der Einfahrt von Tom Cruise’ Haus in Beverley Hills stehen, der kann auf www.mansionmap.com die wohlhabendsten Nachbarschaften der USA erkunden. Neben den Eigentümern, dem Wert der Immobilie, der genauen Adresse und der Anzahl der Bade- und Schlafzimmer, werden wichtige Google-Einträge mitgeliefert. Es gilt schließlich herauszufinden, wie die Person so steinreich werden konnte.
Eine Sache, die die Netzgemeinde noch mehr umtreibt als Prominente, sind Katzen. Auf www.iknowwhereyourcatlives.com geht es um des Internetnutzers liebstes Haustier. Allerdings laden hier nicht die Katzenbesitzer Fotos ihrer Lieblinge hoch, sondern die Bilder kommen von Foto-Sharing-Webseiten und werden den Orten aufgrund der Metadaten zugeordnet. Die Seite ist also auch eine Mahnung zum sorgsamen Umgang mit Daten im Netz.
Google-Maps für Raucher und Freunde der Sonne
Raucher finden auf www.smoke-spots.de eine Google-Map auf der Restaurants, Kneipen und Bars vermerkt sind, in denen sie nach Lust und Laune qualmen dürfen. Auch für Nicht-Raucher und Familien mit Kindern ist die Karte durchaus sinnvoll, denn auch Nicht-Raucher Restaurants, oder solche, die einen abgetrennten Bereich haben, werden angezeigt. Für den Großraum Stuttgart zeigt die Karte 659 Treffer.
Sonnenanbeter/innen, die schon auf dem Weg in den Urlaub auf Sonne nicht verzichten wollen, können sich auf www.weather.basementserver.org eine Wetter-Prognose für ihre Route anschauen. Auch eine Karte zu Erdbeben, die sich alle fünf Minuten aktualisiert und ein Niederschlagsradar, findet man im Netz.
Rätselfreunde kommen mit dem Google-eigenen Quiz „Smarty Pins“ auf ihre Kosten. Zu Fragen aus verschiedenen Kategorien (Sport, Geschichte, Wissenschaft, etc.) muss der Spieler den passenden Ort auf der Weltkarte finden. Setzt er den Pin an eine falsche Stelle, werden ihm Punkte bzw. Kilometer abgezogen. Steht die Anzeige auf Null, ist das Spiel verloren.
Wie weit fährt ein New Yorker Taxi am Tag?
Im Netz finden sich außerdem hunderte Karten, die keinen wirklichen Nutzen haben, jedoch sehr spaßig sind. Ein gutes Beispiel ist nyctaxi.herokuapp.com. Wer schon immer wissen wollte, wie weit ein Taxi in der US-Metropole New York am Tag herumkommt, der kann es sich dort, anschauen. Die Animation zeigt die gefahrene Strecke, die Anzahl der beförderten Passagiere und neben den Einnahmen auch die Höhe des Trinkgelds an einem einzigen Tag. Visualisiert wurden Daten aus dem Jahr 2013.
Wer mehr Karten entdecken will: Eine Auswahl findet sich in der Maps-Galerie von Google. Hier gibt es von historischen Karten bis hin zu einem Angebot für Sportfans allerlei (Un-)Nützliches. Auch das Blog „Google Maps Mania“ präsentiert interessante Karten zu den verschiedensten Themen.