Gosch Sylt gibt es auch im Kreis Ludwigsburg Weinberge statt Meeresrauschen - Insel-Feeling in Freudental

Nordsee-Feeling in Freudental: Silvia und Hermann Bohnenberger vor ihrem Gosch Sylt. Foto: Werner Kuhnle

Normalerweise reihen sich die Dependancen von Gosch Sylt an den Küsten von Nord- und Ostsee entlang. In Freudental (Kreis Ludwigsburg) stehen die Strandkörbe aber am Wengert. Es ist die mit Abstand südlichste Filiale der Fisch-Kette in der Republik.

Ludwigsburg: Sandra Lesacher (sl)

Freudental, das ist ein ziemlich idyllisches Fleckchen Erde inmitten von Wäldern, Wiesen und Weinbergen. 30 Kilometer nördlich von Stuttgart gelegen, denkt man hier trotzdem an Meeresrauschen, Strandkörbe und Fischspezialitäten. Denn in dem 2500-Einwohner-Dorf am Rande des Landkreises Ludwigsburg befindet sich die südlichste Dependance der Sylter Fisch-Kette Gosch.

 

Rund 40 Filialen hat das Fisch-Imperium des Sylter Unternehmensgründers Jürgen Gosch inzwischen. Fast alle Standorte reihen sich an den Küsten von Nord- und Ostsee entlang. Bis auf wenige Ausnahmen wie Berlin, Hannover, Düsseldorf – und Freudental.

Gosch Sylt: Die überraschende Geschichte in Freudental

Garnelen vom Grill gehören zu den Klassikern. Foto: Werner Kuhnle / 

Wie Gosch ins schwäbische Freudental kommt? Eigentlich ganz einfach: Fisch-Legende Jürgen Gosch ist der Schwager von Hermann und Silvia Bohnenberger, die Gosch Sylt in Freudental vor mehr als zehn Jahren eröffnet haben. Zuvor führten die beiden 25 Jahre lang das inzwischen geschlossene Sylter Fisch-Restaurant in Stuttgart.

Es war eines der ersten auf dem Festland und auch damals schon weit im Süden im Gegensatz zu den anderen Filialen. Immer mehr kamen im Laufe der Jahre hinzu. Angefangen hatte Jürgen Gosch als junger Mann mit einem Bauchladen und später mit einer kleinen Bude auf Sylt.

Schwager und Schwägerin wurden also Teil des großen Unternehmens und zogen sich nach einem Vierteljahrhundert in der Landeshauptstadt ins ländliche Freudental zurück. Warum? Eigentlich auch ganz einfach: Hermann und Silvia Bohnenberger leben dort. In direkter Nachbarschaft wurde ein Gewerbegebiet erschlossen, Bohnenbergers sicherten sich ein Grundstück und bauten – ganz langsam und Stück für Stück – ihr eigenes Restaurant.

„Es hat sich so einfach ergeben“, sagt Hermann Bohnenberger heute. Aus verschiedenen Gosch-Filialen im ganzen Land hat er sich die Elemente abgeguckt, die ihm am besten gefallen haben, und hat so die Location in Freudental selbst gestaltet.

Auf der Karte stehen – klar – Fischspezialitäten à la Gosch. Der nach dem Hausrezept eingelegte zarte Bismarckhering, gegrillte Garnelen oder Ofenkartoffeln mit Nordseekrabben. Aber auch Dinge, die es nur in Freudental gibt, die gegrillten Austern zum Beispiel. Und insgesamt eben jede Menge feinen Fisch und Co.: Nordsee-Seezunge, Jakobsmuscheln, Zander, Scholle, Flusskrebsfleisch...und natürlich Fischbrötchen.

Wer Fisch mag, ist hier genau richtig. Der für ein Gosch-Restaurant unübliche Blick auf Weinberge statt aufs Meer stört da nicht. Nord- beziehungsweise Ostsee-Feeling kommt dennoch auf im schönen Innenbereich, aber auch draußen, wo man unter den weißen Gosch-Schirmen, aber auch in Strandkörben sitzen kann.

Stammgäste und Parkplatz-Vorteil in Freudental

Silvia und Hermann Bohnenberger, die das Restaurant als Familienbetrieb mit ihren Söhnen und der Schwiegertochter betreiben, haben es geschafft, viele Stammgäste aus ihrer Zeit in Stuttgart zu halten. Für die ist der Weg nach Freudental zwar weit, aber dafür landschaftlich reizvoll. Und dort gibt es wenigstens genügend Parkplätze.

Auch in der Region ist Hermann Bohnenberger mehr als gut verwurzelt. Er ist Gastgeber mit Leib und Seele. Mit seinen 76 Jahren hätte er ja schon längst aufhören können, aber ohne sein „Gosch“ würde ihm etwas fehlen: „Für mich gibt’s nichts anderes.“

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