„GQ Men of the Year“ Awards in Berlin Politische Statements, bewegende Momente und zahlreiche Prominente

Von Sebastian Xanke 

„Aktuell habe ich das Gefühl, dass in unserem Land ein paar Dinge in die falsche Richtung gehen“, sagte Fußballer Toni Kroos am Donnerstag bei den „GQ Men of the Year“ Awards in Berlin. Auch andere Prominente äußerten sich an dem Abend stark politisch.

Toni Kroos sprach sich in seiner Dankesrede für mehr Akzeptanz gegenüber Geflüchteten aus. Foto: dpa/Britta Pedersen 17 Bilder
Toni Kroos sprach sich in seiner Dankesrede für mehr Akzeptanz gegenüber Geflüchteten aus. Foto: dpa/Britta Pedersen

Berlin - Es war ein außergewöhnlich politischer Abend am Donnerstag in Berlin. Bei den alljährlichen „GQ Men of the Year“ Awards hat sich so mancher Prominente klar zu gesellschaftlichen Situationen in Deutschland positioniert. „So wenig Kanzler wie heute war noch nie“, sagte etwa der Komiker Hape Kerkeling. Er erhielt bei den Awards eine Auszeichnung für sein Lebenswerk im Bereich „Entertainment“.

Ihn treibe sowohl die Suche nach dem SPD-Vorsitz, als auch die Kanzlerfrage um. In beiden Fällen gelte: „Die, die es werden wollen, können’s nicht. Und die, die können, wollen nicht.“ Auf der Gegenseite habe es „so einen scharfen Wind im Land, die schärfste Opposition überhaupt“.

Auch Fußballer Toni Kroos äußerte sich ernst: „Aktuell habe ich das Gefühl, dass in unserem Land ein paar Dinge in die falsche Richtung gehen.“ Es gebe viele Menschen, „denen geholfen werden kann und denen geholfen werden muss.“ Den Blick lenkte er in der Folge auf sozial schwache und alte Menschen aber ebenso auf Flüchtlinge, gegenüber denen er von mehr Teilen der Bevölkerung Akzeptanz wünscht.

Prominente und wohlhabende Menschen wie er sollten laut Kroos ihre Vorbildfunktion annehmen und als gutes Beispiel in diesen Bereichen vorangehen. Der Fußballer erhielt für seine sportlichen Leistungen und sein gesellschaftliches Engagement den Titel „Sports Icon“.

Neben einigen weiteren Preisträgern, wie der sechsfache Formel 1-Weltmeister Lewis Hamilton, wurde als einzige Frau auch Schauspielerin Sharon Stone („Basic Instinct“, „Total Recall“) ausgezeichnet. Wegen ihrer Anstrengungen für ein modernes Frauenbild in Hollywood bereits vor der weltweiten #metoo-Bewegung, bekam sie den Titel „Women of the Year“ verliehen.

Auch in ihrer Dankesrede in Berlin behandelte Stone das Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau – verarbeitet in einer Filmszene aus „Basic Instinct“.

Den Rahmen der Veranstaltung bildeten die Feiern zur friedlichen Revolution in Deutschland vor 30 Jahren. Marius Müller-Westernhagen performte zu Beginn des Abends live einen kurzen Teil seines ikonischen Songs „Freiheit“ von 1987. Wie kaum ein anderes Lied gilt es als Symbol für die Erlebnisse der Menschen rund um die Wendezeit.

In unserer Bildergalerie sehen Sie Eindrücke der Veranstaltung.