Graffiti im Möhringen Farbtupfer für die B27-Brückenpfeiler

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Der Vaihinger Lehrer Christoph Ganter ist Profisprayer und sucht ständig Flächen für seine Graffiti. Einige hat er jetzt in Möhringen gefunden.

Christoph Ganter ist Lehrer in Vaihingen und professioneller Sprayer. Mit seinen  Motiven könnte er bald  die    Brücke über die Körsch verschönern. Foto:  
Christoph Ganter ist Lehrer in Vaihingen und professioneller Sprayer. Mit seinen Motiven könnte er bald die Brücke über die Körsch verschönern. Foto:  

Möhringen - Aus der Schmuddelecke sind die Graffitisprayer längst raus – zumindest, wenn sie wie Christoph Ganter farbenprächtige Bilder auf Wände zaubern anstatt tumbe Slogans in krakeligen schwarzen Buchstaben irgendwohin zu schmieren. Der Lehrer am Vaihinger Fanny-Leicht-Gymnasium, der dort auch eine Graffiti-AG für die Schüler anbietet, hat sich vor einigen Wochen an die Stadtverwaltung gewandt. Er sucht nach Flächen, um seinem Hobby zu frönen. Regelmäßig vermittelt dann das Tiefbauamt Wände, die im städtischen Besitz sind. Und so auch diesmal. Wobei es dem Englisch- und Sport-Lehrer vor allem die Pfeiler unter der B27-Körschtalbrücke zwischen Fasanenhof und Möhringen angetan haben.

Bevor er seine Spraydosen auspacken kann, muss jedoch erst der Möhringer Bezirksbeirat zustimmen. Deshalb haben sich die Räte in ihrer Sitzung am vergangenen Mittwoch auch mit dem Thema beschäftigt. Vorab rührte das Tiefbauamt aber noch einmal die Werbetrommel.

Die Ämter stehen hinter der Sprühaktion

„Herr Ganter ist auf professionelle Graffiti-Bilder spezialisiert“, schreibt das Amt in einem Brief an die Lokalpolitiker. In Stuttgart ist der Sprayer mit dem Künstlernamen Jeroo kein unbeschriebenes Blatt, unter anderem hat er im Sommer eine Wand am Rohrer Krehlplatz verschönert. „Diese positiven Beispiele sollen helfen, Jugendliche von wilden Graffitis abzuhalten und einen Ansporn bieten, legale Bilder zu sprühen.“

Nicht nur die Stadt steht hinter dem Projekt, sondern auch das Land – und zwar in Form der Behörde, die für die Schnellstraßenbrücke verantwortlich ist: Die Landesstraßenbauverwaltung. Die wiederum vertritt aber nur Berlin, denn eigentlich gehört die Körschtalbrücke der Bundesrepublik Deutschland. Wie dem auch sei, die verschönernde Sprühaktion ist dem Amt durchaus willkommen, denn just an jenen Pfeilern machen sich oft eben solche Dilettanten ans Werk, die nichts als tumbe Sprüche hinterlassen.

Dem Rückenwind von Amts wegen konnten sich auch die Mitglieder des Bezirksbeirats nicht entziehen. Grundsätzlich fanden sie die Idee gut. Aber „wenn schon der Untergrund der Pfeiler vor Kurzem saniert wurde, soll die Farbe auch ausreichend lang halten“, sagte Fred Wagner von der CDU. Es wäre doch schade, wenn das Bild bald abblättert.

Bereits im Januar könnten die Motive entstehen

Ingrid Schulte von der SPD wiederum wollte die Sprühaktion auch gleich mit der Nachwuchsförderung verbunden wissen, schließlich ist Ganter ja Lehrer und macht so etwas häufiger. „Ich fände es toll, wenn sich Schüler daran beteiligen würden“, sagte sie. Und sollte sich die Aktion als Erfolg erweisen, schlug Jürgen Lohmann eine Ausweitung vor. „Es gibt ja noch mehr Brückenpfeiler da unten“, sagte der Bezirksvorsteher.

Die Skizzen für die Pfeiler existieren bereits, und mit der Zustimmung des Bezirksbeirats, der am Mittwoch im Übrigen einstimmig erfolgte, kann Ganter zügig mit dem Malen loslegen. Das Tiefbauamt jedenfalls geht davon aus, dass „mit der Ausführung in Abhängigkeit von den Witterungsverhältnissen im Januar 2015 begonnen werden kann“.

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