Grand Café Planie in Stuttgart Land fordert Pächter auf, das Kaffeehaus zu räumen

Tische und Stühle sind vor dem Grand Café Planie ungenutzt zusammengekettet. Foto: cf/. Foto:  

50 Wirte wollen das Grand Café Planie, obwohl die Pacht noch gar nicht ausgeschrieben ist, übernehmen. So viele haben sich beim Land, dem Vermieter, beworben. Doch die alten Betreiber gehen nicht.

Stadtleben/Stadtkultur: Uwe Bogen (ubo)

Stuttgart - Dieser Paukenschlag klingt bis heute nach: Im vergangenen Oktober hat die Stadt Stuttgart den langjährigen Betreibern des Grand Café Planie die Konzession entzogen. Seitdem ruht die Bewirtung an diesem zentralen Ort – selbst im Sommer darf die beliebte und großzügige Außenfläche am Karlsplatz nicht genutzt werden. Die Pächter, so der Vorwurf, sollen über zwei Millionen Euro Steuern in fünf Jahren hinterzogen haben. Dies geht aus einem Urteil des Stuttgarter Verwaltungsgerichts hervor. Die Richter stufen die Entscheidung der städtischen Gaststättenbehörde als rechtmäßig ein, wonach den Wirten der Betrieb eines der größten Kaffeehäuser der Stadt untersagt wird.

 

Land will als Vermieter die alten Pächter schnell loswerden

Kommt jetzt Bewegung in die Starre der letzten zehn Monate? Das Finanzministerium – das Gebäude gehört dem Land – will nun endlich Taten sehen. Wie Michaela Hornung, Pressesprecherin von Finanzminister Danyal Bayaz ( Grüne) auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, haben die Vermieter die Pächter „zur Räumung und Rückgabe der Räumlichkeiten“ aufgefordert. Dieser Aufforderung seien die konzessionslosen Betreiber bisher nicht nachgekommen. Der Standort ist äußerst begehrt. „Der Landesbetrieb Vermögen und Bau hat etwa 50 Pachtbewerbungen bekommen“, sagt die Sprecherin. Die Höhe des Verlusts durch fehlende Mieteinnahmen, weil der Betrieb lahmgelegt ist, will sie nicht beziffern. „Eine endgültige Aussage“ zur Zukunft des Planie-Cafés könne erst nach Ausgang des Verfahrens getroffen werden, erklärt Michaela Hornung. Mit Verweis auf das Steuergeheimnis lehnt sie es ab, über den Stand der Ermittlungen zu berichten.

Lokale im Dorotheen Quartier profitieren von Schließung des Planie-Cafés

Das Interesse von Gastronomen am Grand Café Planie ist also riesengroß, dessen Stühle und Tische noch immer ungenutzt draußen am Karlsplatz zusammengekettet sind. Der Anwalt der alten Betreiber war für uns bisher nicht zu sprechen. In dieser Sache gebe es keine Neuigkeiten, ließ er über sein Sekretariat bei unseren Anrufen erklären. Die Pressestelle des Rathauses teilte mit, dass beim Amt für öffentliche Ordnung „das laufende, verwaltungsrechtliche Verfahren nach wie vor anhängig“ sei. Bisher habe sich bei der Gaststättenbehörde kein neuer Pächter angemeldet. Von der unveränderten Schließung einer beliebten Außengastronomie in Citylage profitieren die Lokale im nahen Dorotheen Quartier, die dadurch besser ausgebucht sind.

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