Grenzwerte für Feinstaub Für 2017 ist das Maß in Stuttgart schon voll

Von red/dpa 

Kaum überraschend: Für das Jahr 2017 hat Stuttgart jetzt schon den EU-Grenzwert für Feinstaub in der Luft gerissen – am Freitag dürfte der 36. Tag mit zu hoher Luftbelastung sein.

Mit Moss versucht die Stadt den hohen Feinstaubwerten Herr zu werden. Tatsächlich hat Stuttgart den EU-Grenzwert für Feinstaub für das Jahr 2017 schon erreicht. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Mit Moss versucht die Stadt den hohen Feinstaubwerten Herr zu werden. Tatsächlich hat Stuttgart den EU-Grenzwert für Feinstaub für das Jahr 2017 schon erreicht. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Der EU-Grenzwert für die Belastung der Luft mit gefährlichem Feinstaub wird nach Angaben der Landesanstalt LUBW auch 2017 gerissen. Nach vorläufigen Messungen war der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft am Donnerstag bereits zum 35. Mal in diesem Jahr überschritten, was dem zulässigen Maximalwert für das ganze Jahr entspricht, wie eine Sprecherin der Behörde sagte.

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Der Freitag, für den ebenfalls überhöhte Werte erwartet wurden, wäre dann schon der entscheidende 36. Überschreitungstag, mit dem Stuttgart wiederholt gegen die Vorgaben der EU verstößt. Strafzahlungen Richtung Brüssel werden unausweichlich. Möglich sind Zwangsgelder in sechsstelliger Höhe.

Wenn der EU-Grenzwert 2017 überschritten wird, hatten Land und Stadt Anwohnern des Feinstaub-Hotspots Neckartor vor Gericht zugesagt, ab 2018 an Tagen mit hoher Schadstoffbelastung den Verkehr deutlich zu reduzieren. Das Land hatte Fahrverbote für viele Diesel vom 1. Januar 2018 angekündigt, falls die Werte nicht besser werden. Dieselautos gelten als Hautquelle für Stickstoffoxid, der Autoverkehr allgemein für den Feinstaub.

Feinstaub-Saison endet am 15. April

Am vorletzten Tag des aktuellen Feinstaubalarms in Stuttgart ist der Feinstaubwert leicht gesunken. Die Messstation am stark belasteten Neckartor ermittelte für Donnerstag im Mittel 60 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Das geht aus den Daten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) hervor. Der Feinstaubalarm gilt in der Landeshauptstadt seit Sonntag und endet in der Nacht zu Samstag, wie die Stadt mitteilte.

Feinstaubalarm wird ausgerufen, wenn Meteorologen ein eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre vorhersagen - und die dreckige Luft nicht aus dem Talkessel entweichen kann. Das ist meist der Fall, wenn kein Regen fällt. Zum Wochenende ändert sich die Wetterlage und es regnet. Die zweite Feinstaubalarm-Saison endet am 15. April, dem Samstag vor Ostern. Im Sommerhalbjahr sind keine solchen Wetterlagen zu erwarten, die den Feinstaub im Talkessel festhalten.

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