Griff ins Ökopunkte-Konto So geht es weiter mit dem Radweg zwischen Mönsheim und Heimsheim

Hier fehlt noch ein Radweg: Zwischen Golfclub und Mönsheim können Radler noch nicht auf einem gesonderten Weg fahren. Foto: Simon Granville

Eine Radwegverbindung zwischen dem Golfclub Solitude und Mönsheim ist lange im Gespräch. Nun gibt es einen Fortschritt: Pflanzungen, um Eingriffe in die Natur auszugleichen.

Seit Jahren ist er im Gespräch, nun soll es weiter vorangehen in Sachen Radweg von Mönsheim in Richtung Heimsheim. Schon seit einiger Zeit gibt es dort entlang der Landesstraße L1134 eine gut ausgebaute Verbindung für Radler, allerdings nur auf einem Teilstück zwischen der Zufahrt zum Golfclub Solitude bis zum Gewerbepark Heckengäu an der Diebkreuzung. Das gut 1,1 Kilometer lange Verbindungsstück zwischen dem Ortsausgang Mönsheim an der Leonberger Straße bis zur Golfplatzzufahrt fehlt noch. Für dieses Bauvorhaben, das mit Eingriffen in die Natur verbunden ist, müssen ein landschaftspflegerischer Begleitplan erstellt und Ausgleichsmaßnahmen festgelegt werden. Diese hat der Gemeinderat jetzt beschlossen.

 

Der Bau des mit Bankett 3,50 breiten Radwegs verursacht Eingriffe in die Natur, den Boden und in Biotope. Diese machen gegengerechnet rund 72 000 Ökopunkte aus. Nun hat Mönsheim zwar ein prall gefülltes naturschutzrechtliches Konto mit knapp 500 000 Ökopunkten.

Das Landratsamt erwartet, dass die Gemeinde etwas tut

Dennoch verneinte Margit Stähle, die als erste stellvertretende Bürgermeisterin für den freigestellten Schultes Michael Maurer die Sitzung leitete, eine Frage aus dem Gemeinderat, ob man nicht die kompletten 72 000 Punkte davon abziehen könnte. Das würde die untere Naturschutzbehörde nicht mittragen. „Wir müssen dem Landratsamt nachweisen, was wir selbst machen.“ Für den nötigen Umweltbericht müsse es ein Konzept für den Ausgleich geben. Es werde versucht, diese Maßnahmen möglichst nah am Radweg zu machen.

Geplant sind unter anderem 54 neue Bäume, Boden zu entsiegeln und zu rekultivieren sowie Feldgehölze zu pflanzen. Knapp 40 000 Ökopunkte sollen damit gewonnen werden. Das verbleibende Minus von rund 30 000 soll dann vom bestehenden Konto abgezogen werden.

Die Baumwurzeln sollen den Radweg nicht beschädigen

Ein weiterer Vorschlag, zu untersuchen, ob gemeindeeigene Fettwiesen zu ökologisch höherwertigen Magerwiesen umgewandelt werden können, lehnte das Gremium ab. Gemeinderat Markus Rösler wies darauf hin, dass man checken müsse, dass die Wurzeln der neuen Bäume nicht in ein paar Jahren den Radweg beschädigen. Auf gemeindeeigenen Grundstücken könne man prüfen, ob man mit den Neupflanzungen etwas vom Weg abrücken kann, antwortete Margit Stähle.

Mit dem Radweg, dessen Baukosten auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt werden, die das Land übernimmt, soll im Oktober begonnen werden. Die Fertigstellung ist für Juli 2026 geplant. Die Arbeiten werden jetzt von der Gemeinde Mönsheim ausgeschrieben, Ende September entscheidet der Gemeinderat dann über die Vergabe an den günstigsten Bieter.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Radweg Mönsheim Fahrrad