Grillen International „Alles wird grundsätzlich in Joghurt eingelegt“

Von lem 

In unserer Serie stellen Leute aus aller Welt Grillrezepte vor. Heute: Oliver Tinz mit einem indischen Gericht.

Oliver Tinz grillt im indischen Tandoor Hühnchenschlegel. Foto: Leonie Hemminger
Oliver Tinz grillt im indischen Tandoor Hühnchenschlegel. Foto: Leonie Hemminger

Weilimdorf - Das Kochen hat Oliver Tinz in einer badischen Küche in Karlsruhe gelernt, doch seit einiger Zeit steht er in dem indischen Restaurant Kohinoor in Weilimdorf am Herd. Seit Juli ist er auch Inhaber des Lokals. „Das Indische hat mich schon immer interessiert“, sagt der Koch. Fünfmal ist er bereits für mehrere Wochen nach Indien gereist und hat dort nicht nur das Land, sondern auch die indische Küche kennen gelernt. Ihn faszinieren daran besonders die vielen Gewürze.

„Die Inder kochen ganz anders“, stellt Oliver Tinz fest. Zum Beispiel werde Knoblauch noch vor den Zwiebeln in die Pfanne gegeben und Gemüse grundsätzlich sehr weich gekocht. „Manchmal habe ich mir gedacht: Das gibt’s doch nicht.“

Auch das Grillen ist laut dem Koch ein wichtiger Bestandteil der indischen Küche. Dazu wird ein zylinderförmiger Ofen namens Tandoor benutzt. Die Holzkohle wird am Boden entzündet und der Ofen rund zwei Stunden vorgeheizt. An der Innenwand backen Inder Naan-Brot, an langen Spießen schieben sie Gemüse oder auch ganze Hähnchen hinein. „Das Grillergebnis nennt sich Tandoori“, erklärt Tinz.

Gegrillt wird das ganze Jahr über

Da es in vielen Gegenden Indiens das ganze Jahr über warm ist, gibt es nicht wie in Deutschland eine bestimmte Tandoor-Saison. Gegrillt wird das ganze Jahr über. „Aber es kann sich nicht jede Familie einen Tandoor leisten, deshalb wird sich mit Nachbarn und der Familie getroffen und zusammen gegrillt“, sagt Tinz. Als Faustregel gelte: „Alles wird grundsätzlich in Joghurt eingelegt, ob Lamm, Fisch, Gemüse oder Käse.“ In der Marinade dürfen Knoblauch und Ingwer nicht fehlen.

Dass Fleisch gegrillt wird, ist laut Tinz jedoch eher eine Seltenheit. „Früher waren fast alle Inder Vegetarier, heute sind es immer noch 80 Prozent“, sagt er. Dies rühre von der Religion des Hinduismus her, die Gläubige dazu anhalte, kein Fleisch zu essen. Das Grillrezept, das Tinz empfiehlt, kann daher problemlos auch mit in Joghurt eingelegtem Gemüse zubereitet werden, zum Beispiel mit Zwiebeln, Paprika oder Kartoffelscheiben.

Tandoori-Hühnchen

Zutaten für 4 Personen
Acht Hühnchenschlegel, sechs bis acht Esslöffel Zitronensaft, ein Teelöffel Salz, eineinhalb Teelöffel geriebener Ingwer, drei geriebene Knoblauchzehen, 150 Gramm Joghurt, 50 Milliliter Sahne, ½ Teelöffel Chilipulver, ¾ Teelöffel Kreuzkümmelpulver, eine Messerspitze rote Speisefarbe; zum Garnieren: ½ Teelöffel Chat Masala, zwei Teelöffel Zitronensaft.

Zubereitung
Hühnchenschlegel waschen, an drei Stellen einen halben Zentimeter einschneiden und aufklappen. So können die Gewürze besser einziehen. Die Schlegel mit Zitronensaft einreiben und salzen. Den Joghurt mit den restlichen Zutaten vermischen. Die Schlegel einlegen und vier bis sechs Stunden zugedeckt im Kühlschrank marinieren lassen. Dann den Grill anheizen, die Hühnchenschlegel gut abtropfen lassen und auf einer Alufolie auf den Grillrost legen, ab und zu wenden. Vor dem Servieren mit Chat Masala und Zitronensaft bestreichen.

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