Die Verbindung Sachsenheim-Bietigheim wird ab Pfingsten gesperrt. Foto: Werner Kuhnle
Vier Monate lang wird die Verbindungsstrecke zwischen Sachsenheim und Bietigheim (Kreis Ludwigsburg) gesperrt. Was das für ein nahes Industriegebiet bedeuten kann, wurde am Dienstag vielen klar.
Wie geht man in der Stadt mit dem vermehrten Schwerlastverkehr um? Wie kommen Mitarbeiter mit Behinderung zu ihrer Arbeitsstätte? Wie können große Lastwagen während der Bauzeit das Industriegebiet Holderbüschle anfahren?
Viele Fragen blieben am Dienstagabend bei der Infoveranstaltung des Regierungspräsidiums Stuttgart zur anstehenden Großbaustelle zwischen Sachsenheim und Bietigheim-Bissingen ungeklärt. Gut 70 Menschen wollten mehr über die Baustelle erfahren und waren dafür ins Möbelhaus Schmids Domino gekommen.
Ab Pfingsten wird die L 1125 – die wichtigste Verbindung zwischen Sachsenheim und Bietigheim-Bissingen – für vier Monate voll gesperrt, weil sie erneuert werden muss. Das Regierungspräsidium (RP) informierte nun vornehmlich die hauptsächlich betroffenen Gewerbetreibenden des unmittelbar am Ende der Baustelle gelegenen Industriegebiets Holderbüschle über das Projekt.
In einem örtlichen Möbelhaus informierte das Regierungspräsidium über die Baustelle in Sachsenheim. Foto: Werner Kuhnle
Fast 20 000 Kraftfahrzeuge nutzen die Straße täglich, davon rund 1200 Lastwagen. Die Sperrung der Straße erfolgt zeitgleich mit den Sanierungsarbeiten an der B 27 in Bietigheim-Bissingen. Deshalb hofft man beim RP, dass der Schwerlastverkehr die weiträumige Umleitung über Freudental annehmen wird und sich der Schleichverkehr in Grenzen hält. Die B 27 wird zu großen Teilen nämlich nur je einspurig befahrbar sein in der Zeit.
Zweite Bauphase: Sanierung der Ludwigsburger Straße in Sachsenheim
In Sachsenheim ist zudem geplant, nicht nur die Straße ab Einmündung ins Industriegebiet, also ab Industriestraße, zu sanieren, sondern in einer zweiten Bauphase auch das anschließende Stück der Ludwigsburger Straße bis zur Heinrich-Heine-Straße zu erneuern. Das dauere etwa zwei Wochen, sagte der zuständige Planer vom RP, Andreas Klein. Geplant war ursprünglich, dies in den Sommerferien zu erledigen.
Ab der Kreuzung Kayhstraße wird die Verbindung nach Sachsenheim im Mai gekappt. Foto: Simon Granville
Während der zwei Wochen ist die Jet-Tankstelle nicht anfahrbar und gleichzeitig die Industriestraße gesperrt, deshalb soll der Verkehr in der Zeit über die Heinrich-Heine-Straße sowie die Goethestraße umgeleitet werden. Dagegen gab es am aber Einwände eines Spediteurs. Er komme bei der Umleitung mit seinen Lastwagen nicht um die engen Kreisel auf der Umleitungsstrecke.
Umplanung der Baustelle: Neue Lösungen für Sachsenheim in Sicht
Das hatte wohl weder das RP noch die Stadtverwaltung Sachsenheim auf dem Schirm und so musste Klein eine Umplanung in Aussicht stellen. Man könne die zweite Bauphase auch nach der ersten legen und so eine Zufahrt ins Holderbüschle über die Industriestraße ermöglichen. Auch sei vorstellbar so zu bauen, dass nur am Wochenende eine Umleitung nötig werde.
So viel Abhilfe bei Kritik konnte Klein an diesem Abend nur selten geben. Wie denn angesichts der ganzen Sperrungen und der Tatsache, dass der Busverkehr in der gesamten Bauzeit nicht mehr in das Industriegebiet einfahren werde, Menschen mit Behinderung zu ihrem Arbeitsplatz beim inklusiven Unternehmen ISAK kommen sollen, wollte eine Teilnehmerin wissen. Das müsse mit den Busunternehmen, also Spillmann oder dem VVS, geklärt werden, sagte Klein. Vor Ort war an diesem Abend aber niemand von denen.
Verkehrssicherheit in Großsachsenheim: Fragen bleiben offen
Ein Bürger fragte konkret, was in der Oberriexinger Straße für die Verkehrssicherheit getan werde. Die Straße durch Großsachsenheim ist Umleitungsstrecke für Lastwagen, gleichzeitig Schulweg für viele Kinder. Schon jetzt sei die Querung schwierig.
Klein musste diesbezüglich auf die Stadtverwaltung verweisen. Bürgermeister Holger Albrich meldete sich als Gast zu Wort und erklärte, dass das Thema schon länger bekannt sei, aber die Stadt dort auf das Landratsamt für Veränderungen wie weitere Fußgängerüberwege angewiesen sei.
Auch andere Fragen konnte Klein mangels Zuständigkeit nicht beantworten. Viele Bürger blieben mit offenen Fragen zurück, auch weil im Gegensatz zu einer ähnlichen Veranstaltung in Bietigheim-Bissingen kein Vertreter der Stadt offiziell Teil der Veranstaltung war.