Großbaustelle in Leonberg-Höfingen Sucht sich der Verkehr neue Schlupflöcher?

Nichts geht mehr durch Höfingen: Die Pforzheimer Straße ist wieder dicht. Foto: Simon Granville

Die Pforzheimer Straße ist im Leonberger Teilort Höfingen die wichtigste Straße. Nach der Winterpause gehen die Sanierungsarbeiten nun weiter – und in der Bevölkerung kommen neue Befürchtungen auf.

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Vorbei ist es mit der Ruhe in Höfingen. Seit Mitte April wird in der Pforzheimer Straße weitergebaut, die Hauptverkehrsader des Leonberger Teilortes ist wieder komplett gesperrt, nachdem sie über den Winter provisorisch befahrbar gewesen war. Es ist der letzte Bauabschnitt des Großprojekts, der eigentlich bereits Mitte März hätte starten sollen. „Verzögerungen im Ablauf“ nannte die Stadtverwaltung damals etwas kryptisch als Grund für die verspätete Wiederaufnahme der Arbeiten.

 

Baustelle sorgt für Unbehagen bei vielen Höfingerinnen und Höfingern

Jetzt geht es also weiter – auch mit dem Unbehagen so mancher Anwohner. Denn schon mit Beginn der Baustelle Mitte Juni 2024 hatte es einige Ärgernisse gegeben, die vor allem mit dem unerwünschten Durchgangsverkehr zusammenhingen. Der hält sich nur in eher kleinen Teilen an die weiträumig ausgeschilderte Umleitung. Ab Ditzingen führt sie eigentlich über die Feuerbacher Straße durch Leonberg sowie über die Rutesheimer Straße bis Rutesheim. In Gegenrichtung von Rutesheim aus soll es über Gebersheim jeweils durch Leonberg hindurch sowie über die Feuerbacher Straße bis Ditzingen gehen.

In der Realität quetschten sich die Autos und hin und wieder auch mal ein Lastwagen durch die Nebenstraßen. Anfangs wurde vor allem die Goldäckerstraße nördlich der Baustelle zur beliebten Ausweichroute. Was nicht unproblematisch war, da sich in der Nähe die Höfinger Schule befindet. Die Stadt reagierte unter anderem mit Warnschildern, Halteverboten und einer Einbahnregelung. Später probierten es nicht wenige durch die eigentlich viel zu enge Kirchstraße. All das ist nun kaum mehr möglich, da die große Verbindungskreuzung aus Richtung Gebersheim nun auch gesperrt ist.

Kreuzung dicht: Die Arbeiten daurtn noch bis zum Sommer. Foto: Simon Granville

Einige vermuten aber schon, dass sich der Verkehr neue Schleichwege suchen wird. Für eine Durchfahrtsbeschränkung gebe es laut Stadt-Pressesprecherin Leila Fendrich allerdings keine rechtliche Grundlage. Sprich, es kann auch nicht kontrolliert werden, wer durch die entsprechenden Straßen fahren darf und wer nicht.

Bauarbeiten liegen nicht ganz im Zeitplan: Auswirkungen auch im Sommer

Die Bauarbeiten als solche liegen aufgrund der jüngsten Verzögerungen nicht ganz im Zeitplan. „Das wird sich auch auf den Abschluss auswirken“, kündigt Leila Fendrich an. Dabei ist es schon eine ganze Menge, was die Mitwirkenden bislang geschafft haben. Ein Entwässerungskanal, die Wasserleitung und die Gasleitung zwischen dem Rathaus und der Kreuzung Lachentorstraße wurden erneuert. Im Bereich zwischen dem Rathaus und dem St.-Lorenz-Weg liegen neue Stromleitungen. Außerdem wurden die Straßenbauarbeiten bis zur Kreuzung Lachentorstraße bis auf das Aufbringen der Deckschicht abgeschlossen.

Ob das Projekt am Ende teurer wird, vermag Fendrich noch nicht zu prognostizieren. „Zum Kostenplan kann noch keine finale Einschätzung gegeben werden.“ Fakt ist, dass es noch eine ganze Menge zu tun gibt: An der Kreuzung mit der Lachentorstraße steht das gleiche Programm nochmals an, außerdem folgt dort noch der ganz klassische Straßenbau mit Pflasterarbeiten im Gehweg und Asphaltarbeiten auf der Fahrbahn. Außerdem werden Grünbeete angelegt.

Lärmoptimierter Asphalt wird aufgebracht

„Im gesamten Fahrbahnbereich wird noch die Deckschicht in Form eines lärmoptimierten Asphalts aufgebracht“, teilt Leila Fendrich überdies mit. Der provisorische Übergangsbereich zwischen altem und neuem Belag, der im Dezember hergestellt wurde, habe nur wenige Quadratmeter umfasst. „Der Asphalt des Übergangsbereiches wird, da nur provisorisch, wieder ausgebaut.“

Der Asphaltbelag des bereits gebauten neuen Bereiches werde hingegen nicht mehr entfernt. „Dieser ist bereits endgültig. Auf diesen Asphaltbelag wird im Sommer noch die derzeit fehlende Asphaltdeckschicht aufgebracht.“

Bis zum Sommer wird in unmittelbarer Nähe der Schule im Einmündungsbereich Goldäckerstraße/Ulmenstraße zur Sicherheit der Fußgänger eine Bedarfsampel installiert. Zudem fährt der Busverkehr in Höfingen eine andere Route: aus Richtung Ditzingen kommend in einem Bogen über die Hirschlander Straße, Goldäckerstraße in die Eichendorffstraße – und umgekehrt. Die Haltestelle Lachentorstraße befindet sich in beiden Richtungen vorübergehend auf Höhe der Einmündung Goldäcker- und Uhlandstraße.

Parken: auf dem Rathausvorplatz verboten, an der Strohgäuhalle erlaubt

Der Platz am Höfinger Rathaus ist während der Baustellenzeit weiterhin nicht zum Parken ausgewiesen. Die Stadt weist jedoch darauf hin, dass Anwohnerinnen und Anwohner während der Bauzeit die Möglichkeit haben, ihre Fahrzeuge auf dem Parkplatz der Strohgäuhalle, Sonnenstraße 30, abzustellen. Diese Regelung gelte ausschließlich für die Dauer der Sanierung und solle die Parksituation für Anliegerinnen und Anlieger im betroffenen Bereich deutlich erleichtern.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Leonberg Baustelle Verkehr Video