Großbaustelle in Leonberg Wie geht es auf dem Postareal weiter?

Baubürgermeister Klaus Brenner und Lisa Marie Kopahnke, die Leiterin des städtischen Gebäudemanagements, machen sich ein Bild vom ehemaligen Postareal. Foto: Nathalie Mainka

Dort wo ein neues Stadtviertel entstehen soll, ist noch eine Brache. Doch Baubürgermeister Klaus Brenner ist optimistisch, dass sich das bald ändert.

Ortstermin auf dem ehemaligen Postareal zwischen Bahnhofstraße, Eltinger Straße und im Süden die Lindenstraße mit dem Leonberger Baubürgermeister Klaus Brenner und Lisa Marie Kopahnke, der Amtsleiterin des städtischen Gebäudemanagements: Seit Wochen und Monaten scheint die Baustelle im Herzen Leonbergs still zu stehen.

 

Die Gebäude der ehemaligen Hauptpost sind längst abgerissen. Seitdem blickt man am Ende der Grabenstraße, bevor diese in einer Linkskurve in die Eltinger Straße einmündet, hinunter auf einen großflächigen Trümmerhaufen. Entfernt im Hintergrund ragt die Silhouette der Neuen Stadtmitte mit der Römergalerie empor. Hier auf diesem etwa 1,5 Hektar großen Gebiet will Projektentwickler Strabag um einen zentralen Platz ein belebtes, gemischt genutztes Quartier mit Läden, Cafés, etwa 100 Wohnungen und Gemeinschaftsräumen entstehen lassen. Eine sechs Meter breite und etwa 80 Meter lange Brücke für Fußgänger und Radfahrer als Verbindung zwischen Postareal und Altstadt soll den sogenannten „Brückenschlag“ komplett machen.

Der Asbest-Abbau geht voran

Zahlreiche Container stehen am Rande des Areals, beladen mit weißen Säcken, die auch neben den Behältnissen lagern. „Darin ist asbestbelastetes Material“, erklärt Klaus Brenner. Ein paar Schritte weiter, zwischen Baggern und Schutthaufen, ist ein grünes, zeltartiges Gebäude aufgebaut. Ein Warnschild mit der Aufschrift „Asbestfasern!“ sowie das Geräusch eines Gebläses deuten darauf hin, dass im Innern des Zeltes gearbeitet wird.

„Der zeitaufwendige Abbau des asbestbelasteten Bodens geht voran“, sagt der Baubürgermeister. Und Lisa Marie Kopahnke bestätigt: „Das Zelt wurde bereits neunmal verschoben. Ist der gesamte Boden von Asbest befreit, wird eine Freimessung folgen.“ Damit soll schließlich nachgewiesen und bestätigt werden, dass das Erdreich frei von gesundheitsgefährdenden Materialien ist.

Der Blick von der alten Post in Richtung Grabenstraße. Foto: Nathalie Mainka

Diese gesundheitsgefährdenden Fasern wurden während der Abbrucharbeiten unter anderem in einer doppelten Bodenplatte des abgerissenen Hauptpostgebäudes gefunden. Aus diesem Grund musste eine geplante kulturelle, kulinarische und anderweitig kreative Zwischennutzung des Areals im vergangenen Jahr abgesagt werden.

Die zusätzlichen Arbeiten führten zu erheblichen Mehrkosten im sechsstelligen Bereich. Wir haben die Arbeiten für etwa  600 000 Euro an die Rutesheimer Firma Schwarz vergeben“, sagt Lisa Marie Kopahnke. Hinzu kämen noch kleinere Nachträge für die zusätzlichen Entsorgungsarbeiten. Die Kosten für den Abbruch der Bodenplatte trage die Stadt. „Das sind  Leistungen, die sowieso angefallen wären. Mit der ursprünglichen Firma gab es hierüber keinen Streitpunkt“, so die Amtsleiterin.

Aufgrund der Höhe der Kosten habe sich die Stadt aber dafür  entschieden, die Leistungen beschränkt auszuschreiben. „Die ursprüngliche Firma hatte zuvor ein Nachtragsangebot abgegeben, welches aus unserer Sicht zu hoch war.“  Daher die separate Ausschreibung.

Weiterhin Teil der IBA 27

Trotz dieser Herausforderungen gibt sich der Baubürgermeister zuversichtlich: „Wir sind gut im Zeitplan“, sagt Klaus Brenner. „Ziel ist es, der Firma Strabag das Gelände, das momentan noch der Stadt gehört, im Sommer so zu übergeben, dass sie mit den Arbeiten für das Wohnquartier starten kann“.

Vor dem Spatenstich muss der Projektentwickler den Bauantrag stellen und die Stadt die Baufreigabe erteilen. Klaus Brenner hofft, dass der Baustart noch Ende dieses Jahres erfolgt. „Strabag ist schon mitten in den Planungen“. Das Postareal ist – trotz der Verzögerungen - weiterhin Teil des Großprojektes Internationale Bauausstellung IBA 2027, in dem herausragende Stadtentwicklungsmodelle aus der ganzen Region präsentiert werden. Der Leonberger Baubürgermeister geht davon aus, dass sich dies auch nicht ändern wird.

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