Großbaustelle in Stuttgart Berg Ein Sprudler schlummert vorerst im Lager

Einer der markanten Brunnen ist abgebaut und der Hügel abgetragen worden, sodass  der Steg   in einer Sackgasse Foto: Achim Zweygarth
Einer der markanten Brunnen ist abgebaut und der Hügel abgetragen worden, sodass der Steg in einer Sackgasse Foto: Achim Zweygarth

Neben der Kirche, der Villa und den zwei Mineralbädern zählen auch zehn Sprudler zu den Attraktionen des kleinen Stuttgarter Stadtteils Berg. Wegen der Großbaustelle Leuzeknoten ist einer der Brunnen abgebaut worden – aber nur vorerst.

Lokales: Oliver im Masche (che)
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Stuttgart - Mit 2500 Einwohnern ist Berg einer der kleinsten Stadtteile Stuttgarts. Doch was die wenigsten wissen: Vermutlich kein Ort in der Landeshauptstadt hat so viele Wahrzeichen wie Berg: Es sind gleich 14 Stück. Neben der imposanten Kirche, der Villa und den zwei Mineralbädern zählen auch die zehn Sprudler zu den Berger Attraktionen. Seit der Bundesgartenschau 1977 quillt aus den fünf Meter hohen Springbrunnen in der warmen Jahreszeit – nein, kein Mineral- , sondern Neckarwasser.

Zu Fuße des Sprudlerhügels liegt eine Großbaustelle

Seit kurzer Zeit ist jedoch einer der Brunnen verschwunden. Er musste im Zuge der umfangreichen Umgestaltung des Leuzeknotens vorerst weichen. Denn zu Fuße des Sprudlerhügels ist eine der Großbaustellen in der Stadt. Ziel ist es, den in diesem Bereich häufig stockenden Verkehr zum Fließen zu bringen. Dafür erhält, wie bereits berichtet, der Leuzetunnel aus Richtung Esslingen eine dritte Röhre. Bisher müssen die Autofahrer bis fast zur Wilhelma fahren, um dort in Richtung City zu wenden. Künftig können sie die dritte Röhre und im Anschluss einen 80 Meter langen Tunnel nutzen, der im Bogen weiter zum Schwanentunnel führt.

Neue Verkehrsführung am Leuzeknoten. Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht.

Als Bauzeit sind drei Jahre veranschlagt worden. Nach dem Abschluss der Arbeiten soll auch der zurzeit fehlende Sprudler an seinem bisherigen Standort wieder aufgebaut werden. „Der Brunnen wurde nicht abgerissen, sondern eingelagert“, erklärt Christian Buch, der Projektleiter bei der Stadt für den Leuzeknoten.

Technik ist in die Jahre gekommen

Die Technik der Sprudler ist in die Jahre gekommen. Je fünf von ihnen sind über eigene Leitungsstränge verbunden. Weil nun ein Sprudler fehlt, bleiben die vier weiteren, die daran angeschlossen sind, bis zum Brunnenwiederaufbau außer Betrieb. Und im Leistungsstrang der weiteren fünf Wasserspiele ist eine Pumpe defekt. Da die Reparatur länger dauert, werden von Mitte Mai an nur drei Sprudler sprudeln.

Während der Bauarbeiten, deren Gesamtkosten auf rund 70 Millionen Euro veranschlagt werden, endet auch der längere der beiden Stege zwischen dem Leuze und dem Rosensteinpark in einer Sackgasse, weil der Hügel für den Sprudler abgetragen wurde. Bisher ist die Brücke gesperrt. In wenigen Wochen soll das Bauwerk aber wieder geöffnet und als Aussichtsplattform dienen. „Wir werden hier einen Informationspunkt über die Baustelle Leuzeknoten einrichten“, sagt der Projektleiter Buch. Dabei werde auch zwei weitere Bauprojekte hingewiesen, die in unmittelbarer Nähe bald angegangen werden: So mündet das Südportal des geplanten Rosensteintunnels nur wenige Meter weiter auf die Neckartalstraße. Und die Bahn möchte im Zuge von Stuttgart 21 neben der bestehenden Eisenbahnbrücke nur wenige Meter weiter westlich eine neue über den Neckar bauen.




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