Großbordell Paradise in Leinfelden-Echterdingen Bordellkönig soll mehrere Jahre ins Gefängnis

Von Wolf-Dieter Obst 

Nach fast drei Jahre langen Ermittlungen gegen Verantwortliche des Bordell-Imperiums Paradise hat die Stuttgarter Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben. Es geht um Menschenhandel, Zuhälterei und Millionenbetrug.

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Jürgen Rudloff erhoben. Foto: dpa
Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Jürgen Rudloff erhoben. Foto: dpa

Stuttgart - Dem 64-jährigen Bordellkönig Jürgen Rudloff, der sich mit dem angeblich sauberen Sex-Imperium Paradise bundesweit einen Namen gemacht hat, drohen bis zu zehn Jahre Haft. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben – und am Montag eine lange Reihe an Vorwürfen aufgelistet: Beihilfe zum schweren Menschenhandel und zur Zuhälterei, versuchte gewerbs- und bandenmäßige Förderung des Menschenhandels. Außerdem soll er Investoren für seine Bordellkette betrogen und so Schaden in der Größenordnung von mehr als drei Millionen Euro verursacht haben. Rudloff sitzt seit Ende September in Untersuchungshaft.

Damit ist für die Staatsanwaltschaft ein großes Ermittlungsverfahren abgeschlossen, das vor knapp drei Jahren mit einer Razzia begann:Ende November 2014wurden das Vorzeigebordell Paradise in Leinfelden-Echterdingen sowie drei weitere Etablissements der Kette in Frankfurt, Saarbrücken und Graz unter die ­Lupe genommen. Angeklagt sind auch ein 51-jähriger Geschäftsführer und ein gleichaltriger Marketingleiter. Elf Beteiligte wurden schon zu Haftstrafen bis zu sechs Jahren verurteilt. Wann der Prozess gegen die Bordellchefs vor der 7. Kammer des Landgerichts beginnt, ist noch unklar. Als wahrscheinlich gilt Anfang 2018.

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