Am 12. April 2026 wurde in Winzerhausen der Tag des Baumes mit einer traditionellen Pflanzaktion an der Kelter begangen.

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam ein Zeichen für Natur- und Klimaschutz zu setzen. Gepflanzt wurden dabei zwei Spitz-Ahorne auf dem neu angelegten Parkplatz im Umfeld der Kelter – zugleich der symbolische Abschluss der Baumaßnahme an Kelter und Umgebung.

 

Bürgermeister Ralf Zimmermann begrüßte die Gäste und betonte die Bedeutung des Tages: Man habe sich versammelt, um gemeinsam die traditionelle Pflanzaktion zu begehen und damit ein sichtbares Zeichen für die Zukunft zu setzen. In seiner Ansprache zitierte er den ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann mit den Worten: „Wer einen Baum pflanzt, glaubt an die Zukunft.“ Gerade in einer Zeit, die von vielen negativen Nachrichten geprägt sei, habe dieses Zitat besondere Aktualität. Sein Dank galt allen Beteiligten, darunter dem Schwäbischen Albverein, dem Obst- und Gartenbauverein sowie dem Land- und Weinbauernverein. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Jugendkapelle des Musikvereins.

Auch Frau Flaisch, Vorsitzende der Ortsgruppe Großbottwar des Schwäbischen Albvereins, richtete das Wort an die Anwesenden. Sie hob die zentrale Rolle der Bäume für Mensch und Umwelt hervor und stellte dabei auch einen nachdenklichen Vergleich an: Während „Waldbaden“ zunehmend an Beliebtheit gewinne und Menschen dafür weite Wege auf sich nähmen, würden die Bäume vor der eigenen Haustür oft zu wenig geschätzt. Dabei seien sie unverzichtbar – als Schattenspender, Luftreiniger und Lebensraum.

Mit Blick auf den Klimawandel erinnerte sie daran, dass gerade junge Bäume auf Unterstützung angewiesen seien. Trockenheit und Wassermangel stellten große Herausforderungen dar. In diesem Zusammenhang zitierte sie den bengalischen Philosophen und Literaturnobelpreisträger Rabindranath Thakur: „Wer Bäume pflanzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.“

Die Wahl fiel bewusst auf den Spitz-Ahorn, der als robust gilt und Hitze sowie Trockenheit vergleichsweise gut verträgt. Gleichzeitig wurde betont, dass auch widerstandsfähige Baumarten Pflege benötigen. Ein Baum sei ein Lebewesen und kein Gegenstand, den man einfach sich selbst überlassen könne. Der Appell an alle lautete daher: aufmerksam bleiben und bei Bedarf auch einmal zur Gießkanne greifen.

Trotz schlechten Wetters war die Veranstaltung sehr gut besucht. Der offizielle Teil wurde kurzerhand in die Kelter verlegt, während die eigentliche Pflanzaktion glücklicherweise ohne Regen durchgeführt werden konnte. Im Anschluss klang der Vormittag in geselliger Runde bei Roter Wurst und Getränken in der Kelter gemütlich aus.

Der Tag des Baumes in Winzerhausen setzte damit nicht nur ein Zeichen für den Umwelt- und Klimaschutz, sondern zeigte auch eindrucksvoll den starken Gemeinschaftssinn vor Ort.

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