Ausgebrannte Bus-Oldtimer in Stuttgart „Dagegen ist ein Rolls Royce ein Massenprodukt“

Die Feuerwehr im Dauereinsatz: Neben den normalen Bussen der SSB stehen auch Oldtimer-Busse, wie im Bild links zu sehen, im SSB-Depot. Foto: Andreas Rosar 39 Bilder
Die Feuerwehr im Dauereinsatz: Neben den normalen Bussen der SSB stehen auch Oldtimer-Busse, wie im Bild links zu sehen, im SSB-Depot. Foto: Andreas Rosar

Von den acht historischen Omnibussen des Vereins Stuttgarter Historische Straßenbahnen sind zwei dem Brand zum Opfer gefallen. Für den Verein Stuttgarter Historische Straßenbahnen ist das ein Schock.

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Stuttgart - Nach dem Großbrand im Omnibusbetriebshof Gaisburg der Stuttgarter Straßenbahnen AG in der Nacht auf Freitag teilt der Verein Stuttgarter Historische Straßenbahnen e.V. mit, dass von den acht historischen Omnibussen zwei für immer verloren sind. Denn neben den normalen Omnibussen der SSB für den Regelverkehr befinden sich im SSB-Depot auch die historischen Omnibusse der SSB.

Zwei Oldtimer-Busse haben Schaden genommen, der wohl reparabel ist

Bei den zerstörten historischen Bussen handelt es sich um den 1961 gebauten Mercedes-Benz O 322 und den auf ein Mercedes-Benz-Fahrgestell von Vetter aufgebauten Überlandbus O 307 aus dem Jahr 1981. „Da sind in der Tat zwei sehr besondere Busse verloren gegangen“, sagt der Vorsitzende Nikolaus Niederich.

Der ältere der beiden Busse sei nur in einer sehr kleinen Stückzahl gebaut worden, weil er wirtschaftlich nicht sehr erfolgreich gewesen sei. „Das macht ihn jetzt historisch bedeutend, da es nur noch so wenige Fahrzeuge gibt“, sagt Niederich. Er ergänzt: „Dagegen ist ein Rolls Royce ein Massenprodukt“. So weit ihm bekannt sei, gebe es deutschlandweit und vielleicht gar europaweit nur noch fünf Fahrzeuge dieses Typs. Zudem sei dieser Bus in Stuttgart der erste, wegen dem man eine innerstädtische Straßenbahnlinie auf Busbetrieb umgestellt habe. Der O 307 sei speziell für die SSB gebaut worden, ihn gebe es so nirgendwo anders. „Er hat einen normalen Unterbau, wurde aber eigens für die SSB karrosiert“, sagt Niederich. Materiell schätzt er den Wert der beiden Busse auf über eine Million Euro. „Aber die vielen Stunden, die unsere Mitglieder in die Busse investiert haben, die lassen sich nicht in Geld aufwiegen. Den meinigen blutet das Herz- und mir auch.“

Der Verein sammelt Spenden

Zwei weitere Busse, der O 317 und der O 317 G, hätten Schäden davongetragen, die erst noch genauer durch einen Sachverständigen geprüft werden müssen, könnten aber nach erster Einschätzung noch reparabel sein. „Wir hoffen, dass sich diese Ersteinschätzung bestätigt“, so der Vorstand. Er wisse nur, dass sie am Heck, an der Front und auch seitlich beschädigt sind und dass Blinker geschmolzen und Scheiben geplatzt sind. „Aber jetzt müssen wir erst einmal abwarten“, sagt Niederich.

„Dies ist für alle Beteiligten ein schwerer Schlag, der uns betroffen, fassungslos und zu tiefst traurig macht“, schreibt der Vereinsvorstands, der nun nach vorne schauen will und um Spenden bittet (www.shb-ev.net), um – neben der hoffentlich umsetzbaren Reparatur der beiden O 317 – den ältesten noch erhaltenen Stuttgarter Omnibus O 6600 H (Baujahr 1955) wieder fahrbereit zu restaurieren. Dieses Fahrzeug ist vom Brand nicht betroffen, da es im Straßenbahnmuseum ausgestellt ist.

Durch ihren Einsatz konnten laut Verein mehrerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Feuerwehr, der SSB und des Vereins die anderen historischen Fahrzeuge (O 305 G, O 405, O 405 G, O 530 Citaro 1) gerettet werden.




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