Großbrand in Wernau Brandrückstände noch in mehreren Kilometern Entfernung

Handtellergroße Rückstände: Der Wind hat Aschereste vom Wernauer Großbrand mehrere Kilometer weit getragen und auf etlichen Äckern und Wiesen verteilt. Foto: oh

Der Wind hat Aschereste, die beim Löschen des Großfeuers auf dem Areal von Bosch Thermotechnik in Wernau aufgestiegen sind, im weiten Umfeld verteilt. Die Rückstande werden jetzt labortechnisch untersucht.

Region: Andreas Pflüger (eas)

Wernau - Wanderer, Radfahrer und Jogger hatten sich erst einmal gewundert. Auf Wiesen, Feldern und Äckern zwischen Notzingen und Hochdorf entdeckten sie bereits an den Tagen rund um den Frühlingsanfang kleine, schwarze, äußerst poröse Teile, deren Herkunft sie sich nicht wirklich erklären konnten. Erst kurz vor Ostern konnte das Rätsel gelöst werden. Ein Spaziergänger aus Wernau inspizierte die Überbleibsel etwas genauer und kam zur Erkenntnis, dass es sich bei den Überbleibseln um Aschereste des Großbrands handeln musste, der sich in der Nacht zum 17. März auf dem Gelände der Firma Bosch Thermotechnik ereignet hatte.

 

Konnte das sein? – Rückstande des Flammeninfernos in dieser Entfernung vom Ort des Geschehens? Schnell war klar, dass die Vermutung stimmte – und ebenso schnell rollte eine Maschinerie an, um das zu beseitigen, was der Wind nicht nur auf die landwirtschaftlichen Flächen in der Wernauer Sulz sowie auf dem Kehlenberg, sondern auch im etliche Kilometer entfernten Umfeld verteilt hatte. Notzingens Bürgermeister Sven Haumacher verständigte umgehend seinen Wernauer Kollegen Armin Elbl und das Landratsamt. Bereits einen Tag später war die Brandlast eingesammelt. Vertreter des Kreis-Umweltschutzamts, des Amts für Wasserwirtschaft und Bodenschutz und des Landwirtschaftsamts sowie ein Mitarbeiter von Bosch Thermotechnik inspizierten eine rund vier Quadratkilometer große Fläche und packten die bis zu handtellergroßen Stücke ein.

Analyse der Proben läuft noch

Nach der vorläufigen Einschätzung der Behörden lieferten weder die Begehung noch die erste Inaugenscheinnahme der Überreste „Anhaltspunkte für schädliche Bodenveränderungen“. Gleichwohl würden die eingesammelten Proben zeitnah von einem unabhängigen Labor auf ihre chemische Zusammensetzung hin untersucht, „um mögliche Schadstoffbelastungen oder eine potenzielle Gefährdung für das Ökosystem ermitteln und gegebenenfalls eingrenzen zu können“. Zudem seien die Landwirte in dem betroffenen Bereich dahingehend informiert worden, dass eine Bewirtschaftung beziehungsweise ein Abmähen der Felder bis zur Vorlage der Analysen zunächst nicht erfolgen solle.

Für den Fall, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind, werden diese, wie Thomas Pelizaeus, der Leiter der Unternehmenskommunikation von Bosch Thermotechnik erklärt, „in enger Abstimmung mit allen Beteiligten erfolgen“. Pelizaeus ist froh und dankbar, dass der entsprechende Hinweis auf die Aschereste bei den zuständigen Stellen eingegangen ist, bedauert allerdings, dass die Information erst so spät gekommen sei. „Wir hätten sonst natürlich schon viel früher gehandelt, wussten davon aber einfach nichts“, stellt er klar. Zum Stand der Analyse kann der Firmensprecher deshalb noch keine Angaben machen und bittet um Geduld. Die Untersuchungen liefen noch. Dies gelte im Übrigen auch, was die Ermittlung der Schadenssumme angeht, die bei dem Großbrand entstanden ist.

Sowohl seitens der Wernauer Stadtverwaltung wie auch von mehreren Gemeinderäten wird die Kooperationsbereitschaft von Bosch Thermotechnik in Bezug auf das Brandgeschehen und dessen Folgen gelobt. Man habe nicht den Eindruck, dass da etwas verschleiert oder im Verborgenen gehalten werde. So hatten die kommunalpolitisch Verantwortlichen kurz vor den Ostertagen auch die Möglichkeit gehabt, die Trümmerwüste, die durch den Brand entstanden ist, in Augenschein zu nehmen und sich selbst ein Bild über das Ausmaß der Zerstörungen zu machen. Auch das rasche Handeln wegen der gefundenen Rückstände durch den niedergegangenen Ascheregen wurde begrüßt, gepaart mit der Hoffnung, dass die besagte Analyse „ohne Befund“ bleiben möge.

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