Mit 69 Jahren ist Alexander Brunotte, der frühere Stadtarchivar von Korntal-Münchingen, gestorben. Die Betroffenheit in der Stadt ist groß.

Leonberg: Stefanie Köhler (koe)

Alexander Brunotte, der frühere Stadtarchivar von Korntal-Münchingen, ist nach schwerer Krankheit gestorben. Er wurde 69 Jahre alt. Brunotte, der über zwei Jahrzehnte das Stadtarchiv leitete, war bis zu seinem Tod Vorsitzender des Heimatvereins Münchingen. So blieb er trotz Ruhestand und seines Wohnorts in Ludwigsburg der Stadt mit dem Bindestrich weiter eng verbunden – auch mit Führungen etwa wie zuletzt im Juni zum 50-Jahr-Stadtjubiläum durch den historischen Münchinger Ortskern. Aber auch, um seinen Nachfolger im Archiv zu unterstützen. „Ich habe einen väterlichen Freund verloren. Einen ganz geduldigen Vorgänger, der mir vieles beigebracht hat und sich immer für mich Zeit nahm“, sagt Andreas Walter. Sein „großer Mentor“ fehle, zumal „in keinem Buch steht, was er wusste. Ich bin ihm unendlich dankbar und werde sein Andenken wahren“.

 

1956 wurde Alexander Brunotte in Bad Mergentheim geboren. In Würzburg studierte er Geschichte und Anglistik für das Lehramt an Gymnasien. Er arbeitete im Hauptstaatsarchiv Stuttgart und im Generallandesarchiv Karlsruhe, ehe es ihn 2001 nach Korntal-Münchingen verschlug. Stadtgeschichte zugänglich zu machen, sah er als eine seiner Hauptaufgaben an.

„Stadtarchivar ist man ein Leben lang“

Intensiv hat er die Stadtentwicklung begleitet, oft im Hintergrund. Meist brachte er seine Informationen als Entscheidungsgrundlage im Gemeinderat ein. Oder verantwortete mit dem Münchinger Heimatmuseum Ausstellungen und Veranstaltungen in dem Haus. Zum 200-Jahr-Jubiläum Korntals 2019 gab es eine Tagung, deren Co-Leiter Brunotte war. Zudem war er Mitherausgeber des Tagungsbands mit allen Vorträgen der Veranstaltung.

Sein Nachfolger sagt, Geschichte habe Brunotte nicht losgelassen. „Stadtarchivar ist man ein Leben lang“, so Walter. Er erinnert sich noch gut an seine letzte Begegnung mit Brunotte am 7. Juli im Heimatmuseum. An dem Tag sei es ihm schlecht gegangen. „Aber pflichtbewusst wie er war, sagte er auch diesen Termin nicht ab.“ Zuletzt wartete Andreas Walter ungewöhnlich lang auf eine Rückmeldung Brunottes. Als am Mittwoch endlich eine E-Mail kam, freute er sich – bis er sie las. Am Dienstag, kurz vor Mitternacht, ist Alexander Brunotte gestorben.

Der Rathauschef reagiert bestürzt

Auch der Bürgermeister Alexander Noak (parteilos) reagiert bestürzt. „Die Nachricht hat mich tief betroffen gemacht und auch bei den Kolleginnen und Kollegen große Anteilnahme ausgelöst“, sagt er. Brunotte habe seine Tätigkeit mit „großer Sorgfalt und außergewöhnlichem Engagement“ ausgeübt – weit über die Aufgaben eines Archivars hinaus. Mit seinem „umfassenden Wissen und seiner Leidenschaft für die Geschichte Korntal-Münchingens“ habe er sich in „besonderer Weise“ um die Stadt verdient gemacht. „Immer wieder überraschte er mit interessanten Fakten und lieferte wertvolle Erkenntnisse zur Stadtgeschichte.“