Heimsheim stehen große Investitionen bevor. Etwa vier Millionen Euro müssen aus der Rücklage geholt werden. Neue Schulden stehen aber nicht an.

Heimsheim - Die Stadt Heimsheim wird weiterhin ohne Neuschulden auskommen. Das Ersparte, rund 4,7 Millionen Euro, wird aber zum Ende des Jahres wohl auf knapp 800 000 Euro schrumpfen. Ab 2024 soll es dafür wieder bergauf gehen, Neuschulden werden auf absehbare Zeit nicht prognostiziert. So zumindest stellt sich der aktuelle Haushaltsentwurf und die mittelfristige Finanzplanung dar, die die Kämmerei im Gemeinderat vorgestellt hat. Der Grund für die hohen Ausgaben sind mehrere Großprojekte, die die Stadt aktuell oder in naher Zukunft stemmen muss.

 

Über die kommenden Jahre rechnet die Stadt Heimsheim mit steigenden Steuereinnahmen, einerseits bei der Einkommenssteuer (von voraussichtlich 3,6 Millionen Euro im Jahr 2022 auf schätzungsweise 4,2 Millionen im Jahr 2025), andererseits bei der Gewerbesteuer (von 4,3 Millionen auf 5,1 Millionen im selben Zeitraum). Dem gegenüber stehen wohl sinkende Schlüsselzuweisungen vom Land und steigende Personalkosten. 5,5 Millionen Euro waren es 2021, 2022 werden es wohl 6,15 Millionen sein. In den Folgejahren soll sich der Betrag auf etwa sechs Millionen einpendeln.

Allein 1,4 Millionen Euro für den Bauhof

Die Investitionen verteilen sich 2022 auf mehrere Projekte: Für den Bauhof mit Vereinsraum, der gerade fertiggestellt wird, sind allein rund 1,4 Millionen Euro eingeplant. Auch in die Feuerwehr wird viel investiert. Zum einen müssen ein neues Fahrzeug und eine neue Funkzentrale angeschafft werden, zugleich beginnen die Planungen für die dringend notwendige Erweiterung der Fahrzeughalle. Für 2022 sind zusammen rund 940 000 Euro bereitgestellt. Für die Stadtkernentwicklung will Heimsheim in diesem Jahr 665 000 Euro ausgeben, für die Phosphor-Eliminierung in der Gruppenkläranlage Mittleres Würmtal knapp 650 000 Euro. Einen großen Posten bildet außerdem das neue Gewerbegebiet Egelsee II: Mit Grundstückseinkäufen (rund 800 000 Euro) und der Erschließung der Südspitze (365 000 Euro). Gleichzeitig erwartet sich die Stadt aus Grundstücksverkäufen Einnahmen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro.

Insgesamt rechnet die Kämmerei mit Einzahlungen aus Investitionen von 3,1 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Ausgaben von 6,9 Millionen Euro. Nach jetzigem Stand wird die Stadt bis zum Jahresende daher knapp vier Millionen Euro aus der Rücklage entnehmen müssen – im sogenannten doppischen Haushaltssystem liquide Mittel genannt. Die Kämmerei geht davon aus, dass das Sparsäckel bis 2025 wieder aufgefüllt sein wird mit mehr als vier Millionen Euro.

Wenig Geld ist für den Schleglerkasten eingeplant

Während es in anderen Kommunen wie Renningen und Weil der Stadt gerade um Sparen, Sparen, Sparen geht, hätten so manche Gemeinderäte sogar lieber etwas mehr Geld ausgegeben. Hannah Hensler von der SPD hätte sich in Sachen Stadtkernentwicklung höhere Ausgaben gewünscht, „damit es da endlich losgehen kann“. Stefan Adelmann von der Freien Wählervereinigung (FWV) ergänzte: „Auch beim Schlegler-Kasten (dem Schloss in der Stadt) ist der Betrag relativ gering, es wäre natürlich schön, wenn es da schneller voranginge.“ Er sehe aber auch ein, dass dieses Projekt seine Zeit brauche.

Diverse Anträge hatten die Gemeinderäte im Gepäck, die meisten bezogen sich aber nicht direkt auf den Haushaltsplan und sollen in späteren Sitzungen gesondert diskutiert werden. So wünschen sich die Bürger für Heimsheim und die Frauen für Heimsheim den Einsatz einer City-Streife und eine Verkehrsberuhigung im Bereich des Schlosshofs, die FWV möchten Informationen zu einem zukünftigen Einsatz von Warnsirenen in Heimsheim im Katastrophenfall.

Die CDU bemängelte die grundsätzliche Darstellung des Haushaltsplans, der für Laien zu wenige Erklärungen der einzelnen Posten liefere. Das sei vor allem problematisch, wenn sich in der Entwicklung der Zahlen große Differenzen zeigen, beklagte Ralf Rüth von der CDU. „Ich stimme für etwas ab und weiß teilweise gar nicht genau, worüber eigentlich.“ Die Verwaltung schlug vor, bei offenen Fragen einfach direkt auf die Kämmerei zuzugehen.