Bombenalarm in Reichenbach 40 Züge wegen Großeinsatz ausgefallen

Vor dem  Bahnhof  in Reichenbach hat  am Dienstagabend der Ausnahmezustand geherrscht. Er war wegen eines Bombenalarms weiträumig abgesperrt worden. Foto: SDMG 7 Bilder
Vor dem Bahnhof in Reichenbach hat am Dienstagabend der Ausnahmezustand geherrscht. Er war wegen eines Bombenalarms weiträumig abgesperrt worden. Foto: SDMG

Eine herrenlose Spielzeugfigur in einem Regionalexpress hat am Dienstagabend einen Bombenalarm und einen Großeinsatz im Bahnhof von Reichenbach ausgelöst. Der Einsatz hatte weitreichende Folgen.

Esslingen: Jürgen Veit (jüv)
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Reichenbach - Ein Spielzeugroboter hat am Dienstagabend auf der Bahnstrecke zwischen Stuttgart und Ulm einen Bombenalarm in einem Regionalexpress ausgelöst und in der Folge einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften verursacht. Die rund 50 Zentimeter hohe Figur, die laut der Polizei keinem Fahrgast zugeordnet werden konnte, war gegen 20.40 Uhr einem Zugbegleiter aufgefallen und verdächtig vorgekommen.

Auch ein Supermarkt wird evakuiert

Er löste deshalb vorsichtshalber einen Alarm aus und forderte die Fahrgäste auf, den Zug im Bahnhof Reichenbach (Kreis Esslingen) zu verlassen. Der Gegenstand stellte sich später als ungefährlich heraus. Der Einsatz hatte jedoch Folgen. Die Bahnstrecke zwischen Plochingen und Ebersbach (Kreis Göppingen) war von 21.36 Uhr bis 23.36 Uhr komplett gesperrt, weshalb laut eines Bahnsprechers 40 Züge im Nahverkehr ausfielen. Zudem wurden der Reichenbacher Bahnhof und ein benachbarter Edeka-Supermarkt sicherheitshalber evakuiert.

Rasch nach der Alarmierung seien Beamte des Bundespolizeireviers Stuttgart und der Landespolizei nach Reichenbach ausgerückt, berichtet Daniel Kroh, der Sprecher der Bundespolizei in Stuttgart. Darunter seien Spezialkräfte gewesen, die schnell hätten Entwarnung geben können.

Denn der im Fahrradabteil des Regionalzuges abgestellte bunte Roboter habe sich nicht als explosiver Gegenstand, sondern schlicht als ein Kinderspielzeug entpuppt. Dennoch habe der Zugbegleiter richtig gehandelt, betont Daniel Kroh. In der heutigen Zeit müssten herrenlose, niemandem zuzuordnende Gegenstände „sehr sensibel“ beurteilt werden. Zudem habe der Zugbegleiter richtig reagiert, als er die Fahrgäste zum schnellen Verlassen des Zuges aufgefordert habe. Sie konnten laut eines Sprechers der Deutschen Bahn 30 Minuten später mit einem Folgezug weiter zum Zielort Süßen (Kreis Göppingen) fahren, da zu diesem Zeitpunkt noch ein Gleis frei gewesen sei.

Bundespolizei sucht Zeugen

Die durch die folgende zweistündige Vollsperrung verursachten erheblichen Behinderungen im Bahnverkehr ließen sich laut Daniel Kroh nicht vermeiden. Denn trotz der kleinen Ursache habe der Einsatz letztlich „große Ausmaße angenommen und lange gedauert“. Obwohl nie eine Gefahr für Leib und Leben der Fahrgäste bestanden hat, will die Bundespolizei herausfinden, wem der Roboter gehört und wie er in den Zug gekommen ist. „Das Ding fällt ja auf“, sagt Daniel Kroh. Er bittet Zeugen, die gesehen haben, wer das Spielzeug in die Bahn gebracht und dort im Fahrradabteil abgestellt hat, sich unter der Telefonnummer 07 11/87 03 50 zu melden.




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