Großeinsatz im Rems-Murr-Kreis Polizei sucht nach Banden

Die Polizei beim abendlichen Großeinsatz auf dem Sörenbergparkplatz zwischen Waiblingen und Korb Foto: Gottfried Stoppel
Die Polizei beim abendlichen Großeinsatz auf dem Sörenbergparkplatz zwischen Waiblingen und Korb Foto: Gottfried Stoppel

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei im Rems-Murr-Kreis zwischen Waiblingen und Korb zahlreiche Autos und deren Insassen kontrolliert – die 60 Polizisten haben überraschende Entdeckungen gemacht.

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Waiblingen - Regen, Wind und Graupelschauer – der Wettergott meint es wirklich nicht gut mit denjenigen Polizisten, die in größerer Zahl am Parkplatz Sörenberg zwischen Waiblingen und Korb angerückt sind. „Wir machen hier eine Schwerpunktkontrolle, es geht um die Bekämpfung von Eigentumsdelikten“, sagt der Polizeiführer Ronald Krötz, der die Großaktion koordiniert, an der insgesamt 60 Beamte beteiligt sind. Neben Polizisten der Reviere Waiblingen, Fellbach und Backnang ist die Kriminalpolizei mit vor Ort, die Hundestaffel mit drei auf Drogen spezialisierten Tieren, eine Motorradstaffel steht parat, und um auch den Bereich gefälschter Dokumenten abdecken zu können, hat die Bundespolizei noch zwei Spezialisten nach Waiblingen geschickt.

Großes Aufgebot also im kalten Regen, nur eins fehlt: die Handschuhe für die Kontrolleure. „Hilft nichts“, sagt der Polizeiführer, die Aktion startet trotzdem. Ein Personenwagen mit italienischem Kennzeichen ist das erste Fahrzeug, das ein Polizeiauto von der Schnellstraße auf die Abbiegespur und die mit roten Warnkegeln markierten Halteboxen auf dem Parkplatz eskortiert. Diebesgut findet sich im eher gepflegten Mittelklassewagen der jungen Italiener nicht und mit den Ausweisen ist auch alles okay – „Danke, sie können weiterfahren“.

In einem Kleinbus steht die Bank lose herum

Einen richtig gepflegten Eindruck macht wiederum der Kleinbus mit rotem deutschem Provisoriumskennzeichen nicht, der den Nachbarplatz ansteuern muss. Sechs Männer steigen aus und schnell zeigt sich, dass hier die Sache nicht ganz so einfach liegt. Einer von ihnen kann eine Heimatadresse in der Gegend nachweisen, die anderen – allesamt nach Saisonarbeiter aus Osteuropa – wohnen einfach zeitweise dort. Was die kontrollierenden Beamten in diesem Fall allerdings noch mehr alarmiert, das ist der Zustand des Fahrzeugs hinten in der Fahrgastkabine. Die Sitzbank ist nicht, wie vorgeschrieben, quer installiert und befestigt, sondern steht einfach ohne jegliche Fixierung entlang der rechten Seitenwand. Und was der alte Bollerofen im Lieferwagen zu tun hat, das bleibt unklar. Immerhin: der Beifahrer signalisiert durch das Fenster, man könne ihn kaufen. „So dürfen die natürlich nicht weiterfahren“, sagt der Polizeibeamte. Das Ende vom Lied: ein Ordnungswidrigkeitsverfahren für den Fahrer, und der Kleinbus mit losem Sitz und Holzofen bleibt auf dem Parkplatz. Die Insassen werden von Bekannten abgeholt.

60 Polizisten sind beim Großeinsatz dabei

Ruhig und freundlich geht es zu bei den Kontrollen. Darauf hat der Waiblinger Revierleiter Roland Meeraus die 60 Mannen auf dem Parkplatz bei seiner Anfangsansprache auch eingeschworen: „Die meisten Kontrollierten werden unbescholtene Bürger sein. Sprecht mit ihnen, sagt ihnen den Grund der Kontrolle und seid nett, höflich und freundlich.“ Sinn der Großaktion, so ergänzt Ronald Krötz, sei es nicht, möglichst viele Strafräter zu schnappen, sondern Präsenz zu zeigen. Meeraus: „Es geht auch um die Außenwirkung: Die Bevölkerung sieht, die Polizei tut was.“ Und jene Einbrecherbanden aus Osteuropa, auch für sie soll es ein Signal sein, dass sie ihr Unwesen nicht ungestört treiben können.

Großkontrolle 19 Uhr. Die Beamten wechseln unter Beleuchtung, die das THW aufgebaut hat, zum Parkplatz an den Gegenfahrspuren. Die Zwischenbilanz bei Halbzeit, so berichtet Krötz: 95 kontrollierte Fahrzeuge und 150 Personen, dabei wurden 15 Ordnungswidrigkeiten, vier bedeutende Ordnungswidrigkeiten und ein Vergehen gegen das Passgesetz festgestellt. Der Fahrer eines mit Mängeln behafteten Kleinlasters hatte zuvor 18 Stunden am Steuer gesessen und muss mit einer Geldstrafe von mehr als 1000 Euro rechnen.

Einbruchsstatistik im Rems-Murr-Kreis

Im Jahr 2014 sind die Einbruchszahlen insbesondere im Rems-Murr-Kreis rasant gestiegen. Im Bereich des Aalener Polizeipräsidiums war im Vergleich zum Jahr davor ein Zuwachs der Straftaten von rund sechs Prozent zu verzeichnen, im Rems-Murr-Kreis sogar von 12,5 Prozent. Mitverantwortlich für den Anstieg war die stark wachsende Zahl an Einbruchsdelikten.

Als Konsequenz aus dieser Entwicklung ist im vergangenen Jahr die Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruch in Waiblingen gegründet worden. Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass sich die Entwicklung seither umkehrt. Während laut Statistik des Innenministeriums für das Jahr 2014 im Rems-Murr-Kreis 662 Wohnungseinbrüche registriert wurden, waren es 2015 nur noch 411 – ein Rückgang um 38 Prozent.




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