FC Bayern München gewinnt Champions League Die Perspektive der Gipfelstürmer

Von Marco Seliger 

Der FC Bayern München ist mit dem Sieg in der Champions League auf dem Höhepunkt angekommen – und könnte dort aufgrund der Kaderstruktur sesshaft werden.

Das ist das Ding: die Bayern und der Henkelpott Foto: dpa/Michael Regan
Das ist das Ding: die Bayern und der Henkelpott Foto: dpa/Michael Regan

Stuttgart - Die Gegenwart des FC Bayern könnte nach dem großen Triumph in Lissabon am Sonntagabend rosiger nicht sein. Das zweite Triple der Vereinsgeschichte ist perfekt, die Münchner schwimmen nach ihrem Finalsieg gegen Paris St. Germain in der Champions League im Glück – und es gibt einige Anzeichen dafür, dass diese famose sportliche Erfolgsgeschichte noch nicht zu Ende geschrieben ist.

Denn auch die Zukunft der Bayern könnte eine rosige sein. Schon jetzt hat die sogenannte neue Generation des Rekordmeisters ihren ersten großen internationalen Wurf gelandet, für den berühmten 1995er-Jahrgang der Münchner soll das aber erst der Anfang sein. Die Nationalspieler Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Serge Gnabry und Niklas Süle bilden das Bayern-Gerüst der Zukunft, dazu kommt mit dem Außenangreifer Leroy Sané ein frischer, junger und hungriger Mann für die nächsten Jahre dazu.

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Die beiden Franzosen Kingsley Coman und Benjamin Pavard sind ebenfalls als tragende Säulen für die nächsten Jahre vorgesehen – all diese Profis verkörpern schon jetzt die extreme Dynamik und Athletik, die die Bayern-Verantwortlichen auch künftig sehen wollen. Dass sich der turboschnelle Senkrechtstarter Alphonso Davies hinten links in der Abwehr längst seinen Stammplatz erobert hat, passt in dieses Münchner Perspektivbild – in dem auch einige Routiniers weiter prägende Figuren sein sollen.

Das war es noch nicht

So haben Thomas Müller und Jerome Boateng, zwei der Weltmeister von 2014, noch lange nicht genug. Die beiden wollen der Fußballwelt im Allgemeinen und im Besonderen Bundestrainer Joachim Löw, der sie recht unrühmlich aus der DFB-Elf entließ, in den nächsten Jahren beweisen, wie gut sie noch immer sind. Und da sind in Torhüter Manuel Neuer und Abwehrmann David Alaba (wenn er denn in München bleibt) zwei weitere anerkannte Führungsfiguren auf dem Höhepunkt ihres Könnens.

Und da ist auch noch der nimmersatte Toptorjäger Robert Lewandowski, der sich im Gegensatz zu früheren Zeiten zu einem Teamplayer entwickelt hat und bei seiner famosen körperlichen Fitness wohl noch eine gewisse Zeit lang auf einem Toplevel spielen kann. Die Münchner Mischung im Kader ist ein Erfolgsfaktor der Gegenwart – und sie könnte das auch in Zukunft sein.

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, als einige Experten dem FC Bayern zumindest keine leichte Zeit prophezeiten, als die legendäre Flügelzange Arjen Robben und Franck Ribéry ausgedient hatte und in Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger zwei weitere prägende Figuren ihren Abschied nahmen.

Prägendes Quartett

Mehr als ein Jahrzehnt lang prägte dieses Quartett das Münchner Spiel entscheidend – und die einhellige Meinung ging hinterher ungefähr in diese Richtung: Der FC Bayern muss ja froh sein, so lange solch tolle Spieler gehabt zu haben – aber wie und mit wem um Himmels Willen will der Club deren Erfolgsstory nur fortschreiben?

Viele Experten sahen die Münchner zumindest auf internationaler Ebene auf dem absteigenden Ast. Die Teile der alten Generation um Manuel Neuer und Thomas Müller und die neue Garde um Joshua Kimmich und Serge Gnabry aber haben die Skeptiker nun endgültig zum Schweigen gebracht. Der FC Bayern ist mit dem Gewinn des Triples am Sonntagabend auf dem Höhepunkt angekommen – und könnte auf Sicht sogar sesshaft werden auf dem Gipfel.




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