Großinvestition in Tripsdrill So sehen die neuen Achterbahnen aus

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Gleich zwei neue Achterbahnen sollen in der kommenden Saison im Erlebnispark Tripsdrill in Betrieb gehen. Während daran noch gebaut wird, hat die Eigentümerfamilie erste Details zu ihrer Doppelattraktion bekannt gegeben.

Hals über Kopf oder unter Volldampf gehen die Besucher künftig in Tripsdrill auf die Strecke. Foto: /Tripsdrill 9 Bilder
Hals über Kopf oder unter Volldampf gehen die Besucher künftig in Tripsdrill auf die Strecke. Foto: /Tripsdrill

Cleebronn - Zwei Achterbahnen, die sich ständig gegenseitig in die Quere kommen, die sich über- und unterfahren und so in einen Wettstreit treten: Mit diesem weltweit bisher einzigartigen Konzept wollen die Macher des Erlebnisparks Tripsdrill in der kommenden Saison für ihre Besucher wieder einmal etwas Neues bieten. Noch wird an der Doppelattraktion kräftig gearbeitet. 50 Bauarbeiter sind auf der Baustelle, die den Park um weitere 1,2 Hektar, also anderthalb Fußballplätze wachsen lässt. Jetzt hat die Inhaberfamilie Fischer erste Details zu den neuen Bahnen bekannt gegeben.

Demnach bleibe man sich treu und werde auch mit den beiden neuen Angeboten Themen aus der schwäbischen Überlieferung aufgreifen, sagte Benjamin Fischer, in der Geschäftsführung zuständig für alle Bauvorhaben. Die eine Achterbahn werde als Familien-Achterbahn konzipiert und den Namen „Volldampf“ tragen. Sie greife das Volkslied „Auf der Schwäbschen Eisebahne“ auf. Die Einstiegsstation werde im Stil eines alten württembergischen Bahnhofs gestaltet. Der Wagen an der Spitze der Achterbahn sei im Stil einer alten Dampflok gefahren. Ganz so gemütlich wird sie aber nicht unterwegs sein. Im Vorwärts- und im Rückwärtsschuss wird eine Geschwindigkeit von 60 Kilometer pro Stunde erreicht.

Volldampf und Hals über Kopf

Noch einmal 20 Kilometer pro Stunde schneller wird die zweite Achterbahn unterwegs sein. Hierbei handelt es sich um den weltweiten Prototypen eines so genannten „Suspended Thrill Coasters“, bei dem die Fahrgäste hängend unter anderem vier Überschläge zu erdulden haben. Passend dazu haben die Fischers diese Bahn „Hals über Kopf“ genannt. Damit spiele man aber auch auf die Geschichte von den „Sieben Schwaben“ an, die sich überstürzt in vermeintliche Heldengeschichten wagten.

„Wir wollten wieder etwas für junge Familien und Jugendliche machen“, sagte Benjamin Fischer. Während die Familienachterbahn auch für Kinder ab einer Größe von 1,05 Meter zugelassen ist, ist bei „Hals über Kopf“ die Mindestgröße noch offen. „Da müssen wir die Tüv-Abnahme abwarten“, sagte Benjamin Fischer. Fest stehe, dass es sich bei der neuen Doppelattraktion um die größte Investition in der 90-jährigen Geschichte des Erlebnisparks handelt. Eine Investitionssumme nannte Fischer nicht. „Wir sind ja Schwaben.“ Bisher galt der Bau der Hochgeschwindigkeitsachterbahn Karacho als teuerste Anschaffung. Sie war vor fast sieben Jahren als letzte große Neuheit ins Betrieb gegangen und soll sieben Millionen Euro gekostet haben.

Wann wird eröffnet?

Für Benjamin Fischer ist klar, dass nicht nur im Kino, sondern auch in der Achterbahn die besten Plätze immer hinten sind. Wann er die neuen Bahnen ausprobieren kann und ob sie bereit zum Saisonstart im April fertig sind, konnte er aber nicht sagen. „Das kommt auf das Wetter an.“ Gegenwärtig sind mehr als die Hälfte der insgesamt 229 Fundamente verbaut. Das größte wiegt 500 Tonnen. Die ersten Hochbauten haben begonnen. Der Lift für „Volldampf“ steht schon. 2900 Kubikmeter Beton und 180 Tonnen Baustahl – so viel wie für 18 Einfamilienhäuser – werden benötigt.

Der Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr wird hingegen wohl noch länger eine Baustelle bleiben. „Wir sind froh, dass wir überhaupt angefahren werden“, sagte Helmut Fischer. Allerdings seien es nach wie vor nur einzelne Busse. „Wir geben einen ordentlichen Zuschuss“, doch die Lage des Parks an der Grenze zwischen der Region Stuttgart und dem Raum Heilbronn mache Verbesserungen bisher schwierig.