Großmanöver wegen Ukraine-Krise Nato erwägt Einsatz in Osteuropa

Italienische Nato-Soldaten in Herat, Afghanistan. Die Nato erwägt einen Einsatz in der Grenzregion zwischen Russland und der Ukraine. Foto: dpa
Italienische Nato-Soldaten in Herat, Afghanistan. Die Nato erwägt einen Einsatz in der Grenzregion zwischen Russland und der Ukraine. Foto: dpa

Wegen der anhaltenden Ukraine-Krise zieht die Nato in den Grenzregionen zu Russland und der Ukraine Manöver mit mehreren Zehntausend Soldaten in Betracht.

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Brüssel/Berlin - Die Nato erwägt in den Grenzregionen zu Russland und zur Ukraine Manöver mit mehreren Zehntausend Soldaten durchzuführen. "Wir haben bisher Großmanöver von 25.000 bis 40.000 Mann nur in den westlichen Nato-Ländern durchgeführt."

"Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das in Zukunft auch in Osteuropa und im Baltikum machen", sagte der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse der Tageszeitung "Die Welt". Details nannte er nach Angaben des Blattes allerdings nicht.

Infolge der Ukraine-Krise lassen sowohl das westliche Verteidigungsbündnis als auch Russland seit einigen Monaten die Muskeln spielen. Die Nato verstärkt Standorte und baut eine schnelle und schlagkräftige "Speerspitze" der Schnellen Eingreiftruppe (Nato Response Force) auf. Die russischen Streitkräfte flogen westlichen Angaben zufolge zuletzt "außergewöhnlich umfangreiche Manöver" über den europäischen Meeren.

Nach den Worten Domröses soll die "Speerspitze" nun größer werden als bisher bekannt. "Wir werden eine Schnelle Eingreiftruppe der Nato aufbauen, die aus etwa 5000 bis 7000 Mann besteht und die innerhalb von zwei bis fünf Tagen im Einsatzgebiet sein kann", sagte er. Bislang wurde eine Zahl von 3000 bis 5000 Soldaten genannt. "Wenn alles planmäßig verläuft, kann die Schnelle Eingreiftruppe bis Ende 2015 einsatzbereit sein."

Der Westen wirft Russland vor, die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim völkerrechtswidrig annektiert zu haben und die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen. Als Konsequenz wurden Wirtschaftssanktionen gegen Moskau verhängt. Russland weist die Vorwürfe zurück und kritisiert die Strafmaßnahmen als feindselig.




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