Seit 55 Jahren ist Metro im Gewerbegebiet zwischen Speditionen und Bürogebäuden. Jetzt wurde der Standort modernisiert – und fit für veränderte Bedingungen in der Gastronomie.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)

Für die einen ist es die Metro in Stuttgart, für die anderen gehört der Großmarkt selbstverständlich zu Korntal-Münchingen. Tatsächlich führt die Zufahrt über Stuttgarter Gemarkung, während der Markt selbst im Nachbarlandkreis Ludwigsburg ist. Seit 55 Jahren ist der Einkaufsmarkt in der Motorstraße Ziel von Großkunden, vor allem aus der Gastronomie und Hotellerie. Nach mehrmonatiger Modernisierung ist der Markt am Donnerstag offiziell wieder seiner Bestimmung übergeben worden. Der Frischeabteilung mit Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch wurde aufgewertet, die Kühltheken sind energieeffizienter.

 

Die Flächen werden jetzt zum Teil anders genutzt, das Sortiment ist angepasst, und die gewonnene Fläche komme dem Belieferungsservice zugute – also der Belieferung von Gastronomie und Hotellerie, erklärt eine Unternehmenssprecherin.

Metro-Modernisierung: „Der Markt war schon ziemlich retro“

Vor dem Hintergrund des Personalmangels im Hotel- und Gastrobereich gewinne die Belieferung der Kunden an Bedeutung. Im Zuge der Umbauarbeiten wurde die Fläche dafür auf tausend Quadratmeter erweitert. Durch eine neue Lager- und Logistikstruktur könnten Bestellungen schneller abgewickelt und effizienter ausgeliefert werden. Metro will damit einen klaren Fokus auf den Ausbau des Lieferangebots setzen und sich „als leistungsstarker Partner für Gastronomie und Handel der Stuttgarter Region etablieren“, wie das Unternehmen mitteilt.

Jörg Stahl ist Metro-Geschäftsleiter in Korntal. Foto: Metro

Jörg Stahl, Korntaler Geschäftsleiter, hob in seiner Rede auch auf die Modernisierung ab, die notwendig gewesen sei. Manch einer habe gesagt, der Markt „war schon ziemlich retro“. Nun ist von „Markthallencharme“ die Rede.

Dehoga: Viele Gastrobetriebe stehen mit dem Rücken zur Wand

Jochen Alber, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), sprach von einem „wichtigen Projekt mit Signalwirkung, nicht allein wegen der 153 Arbeitsplätze sondern auch als „wichtiges Projekt in die Region“. Er zeichnete das Bild eines Netzwerks, in dem Metro ein starker Partner sei. 70 Prozent der Gastrobetriebe stünden derzeit mit dem Rücken zur Wand. Aber Alber zeigte sich optimistisch: „Wenn wir einen starken Partner an der Seite haben, wird es aufwärts gehen.“ Der Technische Beigeordnete Kai Langenecker der Stadt Korntal-Münchingen hob hervor, dass der Großmarkt „Korntal-Münchingen bekannt gemacht hat in der Umgebung“. Die Modernisierung sei wichtig. „Wir sind dankbar, dass Sie den Standort gestärkt haben.“

Metro mit Verkaufsfläche von rund 9500 Quadratmetern

Acht Monate lang ist Metro im laufendem Betrieb umgebaut worden. Über die Höhe der Investition schweigt sich das Unternehmen aus. Die Modernisierung sei „Teil der strategischen Ausrichtung“. „Unsere Multichannel-Strategie ist der Schlüssel, um Gastronomie und Handel bestmöglich zu unterstützen“, sagt Erol Yildizgörer, Geschäftsführer Supply Chain Management & Logistik von Metro Deutschland und damit zuständig für ein reibungsloses Lieferkettenmanagement.

Mit dem Umbau sei eine Infrastruktur entstanden, die nicht nur den stationären Einkauf optimiert habe, sondern auch die Belieferung und den digitalen Bestellservice nahtlos integriere. „Damit stellen wir die Weichen für die Zukunft eines leistungsfähigen Großhandels in der Stuttgarter Region.“

Neu ist ein Bereich für Profi-Gastrotechnik

Zentrales Element der Verkaufsfläche von rund 9500 Quadratmetern ist laut Metro die Neugestaltung der Frischeabteilungen. Zudem wurden die Bereiche für Fleisch, Feinkost und Tiefkühlprodukte deutlich vergrößert. In diesem Zuge wurde die Kühltechnik erneuert. Bei der Beleuchtung wurde auf LED-Technik umgestellt. Parallel dazu wurde das Non-Food-Sortiment überarbeitet. Neu sei die Ausstellungsfläche für Profi-Gastrotechnik, wo eine große Auswahl an professionellen Geräten gezeigt werde.