Dettingen - „Dettingen kann in den kommenden Wochen Regionalgeschichte schreiben – und zur Blaupause für andere Gemeinden werden“, sagt FDP-Regionalrat Kai Buschmann. Seine Euphorie gründet sich auf dem Vortrag von Thomas Kiwitt. Der Chefplaner des Verbands Region Stuttgart hat am Mittwoch in der Sitzung des Planungsausschusses skizziert, welchen Beitrag der Regionalverband leisten könne, um die Ackerflächen rund um den Hungerberg aufzuwerten und gewisse Bereiche, so Kiwitt wörtlich, „aufzuhübschen“.
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Der von der großen Mehrheit des Ausschusses mitgetragene Vorschlag Kiwitts ist also ein weiterer Versuch der Region, die Stimmung am Fuß der Burg Teck kurz vor der Abstimmung zu beeinflussen – zugunsten des Gewerbegebiets. Das scheint notwendig, denn 2020 und in diesem Jahr sind mit den Gewerbeparks Fils und Lautertal gleich zwei geplante Industriegebiete an Bürgerentscheiden gescheitert. Wie wichtig das Projekt für die Region also ist, macht die Tatsache deutlich, dass der Verband nun erstmals bereit ist, sich für ein regionales Vorhaben auch an den Kosten für regionale Ausgleichsmaßnahmen zu beteiligen.
Ein Landschaftspark könnte entstehen
„Natürlich bringt ein solches Industriegebiet erhebliche Eingriffe mit sich“, räumte Kiwitt ein. „Aber wir wollen jetzt einmal zeigen, wie wir das ausgleichen können – und was passieren kann, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Das Potenzial zur Weiterentwicklung und Aufwertung der autobahnnahen Ackerlandschaft mit Blick auf die Burg Teck sei gewaltig. Nicht nur die unwirtliche Radweg-Unterführung aus dem Lenninger Tal nach Kirchheim müsse dringend verschönert werden. Man könnte, so Kiwitt, unter anderem das Industriegebiet mit Bäumen kaschieren, einen Landschaftspark anlegen, Aufenthaltsorte mit Sitzmöglichkeiten und Naturbeobachtungszonen schaffen und ein optimales Mobilitätskonzept für Radfahrer und Fußgänger entwickeln. Kiwitt: „Das ist ein ganzer Strauß, den man annehmen kann – oder eben auch nicht. Wir wollen damit aber ein regionales Signal setzen, dass wir die Gemeinde Dettingen nicht alleine lassen, sondern uns in der Mitverantwortung sehen.“