ExklusivGroßprojekt in Stuttgart Erneute Kostenexplosion beim Rosensteintunnel

Von Thomas Braun 

Die Baukosten für die beiden 1,3 Kilometer Tunnelröhren unter dem Rosensteintunnel verteuern sich erneut. Es ist nicht die erste Kostenexplosion bei dem Projekt.

Eine der beiden Tunnelröhren im Rohbauzustand. Foto: Holzhäuser Ingenieur Consult GmbH
Eine der beiden Tunnelröhren im Rohbauzustand. Foto: Holzhäuser Ingenieur Consult GmbH

Stuttgart - Der Bau des Rosensteintunnels steht unter keinem guten Stern: Nach Informationen unserer Zeitung steigen die Gesamtkosten für den Bau der beiden 1300 Meter langen Röhren unter dem Rosensteinpark und der Wilhelma hindurch bis zum Pragsattel von zuletzt rund 293 Millionen auf etwa 330 Millionen Euro. Es ist nicht die erste Kostenexplosion: 2015 musste die Stadt bereits Mehrkosten von 40 Millionen Euro schultern. Das Projekt war 2012 von CDU, SPD, Freien Wählern und FDP im Rathaus bei einer Kostenschätzung von gut 190 Millionen Euro politisch auf den Weg gebracht worden, wenige Wochen später belief sich die Kalkulation bereits auf etwa 231 Millionen Euro.

Gründe: Baupreissteigerungen und kostentreibende Neuausschreibungen

Technikbürgermeister Dirk Thürnau (SPD) bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung die erneute Kostensteigerung. Als Gründe werden allgemeine Baupreissteigerungen sowie die kostentreibenden Neuausschreibungen von Aufträgen genannt, nachdem sich die Stadt 2017 den Vertrag mit dem Zuffenhausener Bauunternehmen Wolff & Müller gekündigt hatte. Als Gründe für die Vertragsauflösung hatte die Stadt seinerzeit massive Sicherheitsverstöße auf der Baustelle am Verbindungstunnel Leuze-Knoten sowie unverhältnismäßig hohe Nachtragsforderungen des Unternehmens genannt. Stadt und Wolff & Müller streiten derzeit vor Gericht über die Nachtragsforderungen von etwa 40 Millionen Euro. Wolff & Müller war auch eine der Firmen in der Arbeitsgemeinschaft Rosensteintunnel, die die beiden Tunnelröhren zum Pragsattel erstellt.

Sonderthemen