Großprojekt in Stuttgart-Zuffenhausen Preiswert und sozial durchmischt

Von Bernd Zeyer 

An der Böckinger Straße sollen 360 Wohnungen, ein Stadtteilhaus sowie eine Kindertageseinrichtung gebaut werden. Teil des Projektes ist auch das Immanuel-Grözinger-Haus, das erhalten bleibt und umgebaut und saniert werden soll.

Der Garten des Immanuel-Grözinger-Hauses (im Vordergrund) soll erhalten bleiben. Auf dem Grundstück dahinter  möchte die SWSG 360 Wohnungen bauen. Foto: Bernd Zeyer
Der Garten des Immanuel-Grözinger-Hauses (im Vordergrund) soll erhalten bleiben. Auf dem Grundstück dahinter möchte die SWSG 360 Wohnungen bauen. Foto: Bernd Zeyer

Zuffenhausen - An der Böckinger Straße plant die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) ein Großprojekt: Auf einem 4,1 Hektar großen Gelände sollen 360 neue Wohnungen errichtet werden. Miteinbezogen ist auch das Immanuel-Grözinger-Haus (IGH), das im Zuge der Arbeiten komplett saniert und umgestaltet werden soll. Bei einem Pressetermin wurde nun das Baugrundstück symbolisch von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) an die SWSG übergeben.

Draußen regnete und windete es, drinnen herrschte eitel Sonnenschein: Im 13. Stock des Immanuel-Grözinger-Hauses waren sich die versammelten Damen und Herren einig, dass eigentlich alle Beteiligten zufrieden sein können. „Das war ein fairer Deal“, sagte Paul Johannes Fietz von der BImA, dem ehemaligen Eigentümer des Areals. Ziel der Bundesanstalt sei es, dass bezahlbarer Wohnraum entstehe. Und davon könne man hier ausgehen, mit der SWSG habe man einen sehr guten Partner gefunden. Dieses Kompliment gab SWSG-Geschäftsführer Samir Sidgi gerne zurück. Alle Gespräche seien partnerschaftlich und auf Augenhöhe verlaufen. Nun sehe sich die SWSG in der Pflicht, ein sozial integratives Quartier mit günstigen Wohnungen zu realisieren. Zusammen mit der Evangelischen Gesellschaft (Eva), dem Träger des IGH, könne vielleicht sogar ein „Vorzeigeprojekt mit Pilotcharakter“ realisiert werden.

Von den 360 Wohnungen sollen 230 gefördert werden

Vorgesehen sind insgesamt 360 Wohnungen, 230 davon im geförderten Mietwohnungsbau. Dabei soll vor allem auf eine gute Preiswürdigkeit geachtet werden – und auf ein sozial durchmischtes Quartier. Deshalb wird es auf dem Gelände auch eine Kindertagesstätte sowie ein Stadtteilhaus geben. Wichtiger Baustein des Gesamtprojektes ist das Immanuel-Grözinger-Haus, ein Wohnheim für Männer in sozialen Schwierigkeiten. Es bleibt erhalten, wird aber umgebaut und saniert. Vor allem die Zimmer müssen vergrößert werden, aber auch Heizung, Elektrik und Wasserrohre sind in die Jahre gekommen. Der allseits beliebte Garten des IGH, dessen Gärtnerei eine wichtige soziale und integrative Funktion hat, bleibt ebenfalls bestehen und soll sogar etwas erweitert werden. Für das Projekt war ein Architekturwettbewerb ausgelobt worden, bei dem als Sieger der gemeinsame Entwurf des Büros „Hild und K“ sowie von „Studio Vulkan“ hervorging.

Wie viel die SWSG für das Grundstück an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bezahlt hat, darüber wurde Stillschweigen vereinbart. Auch über die veranschlagten Baukosten gab es noch keine konkreten Zahlen zu hören. Immerhin steht ein erster Zeitplan fest: Die SWSG hofft, dass bis Frühjahr 2021 der Bebauungsplan fertig sein wird und die Baugenehmigung vorliegt. Zischen 2023 und 2024 könnten die Gebäude dann nach und nach fertig werden.

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