Großübung in Waiblingen Falls es brennt, ist die Feuerwehr nicht weit

Aus der verqualmten Halle wird ein Verletzter getragen. Zwar ist der Rauch nur Trockeneis, doch die Bedingungen sind der eines echten Brandes sehr nahe. Foto: Gottfried Stoppel
Aus der verqualmten Halle wird ein Verletzter getragen. Zwar ist der Rauch nur Trockeneis, doch die Bedingungen sind der eines echten Brandes sehr nahe. Foto: Gottfried Stoppel

In Waiblingen-Neustadt ist das neue Feuerwehrhaus ganz in der Nähe der Firma Stihl gebaut worden. Das hat seinen Grund: Viele Wehrleute arbeiten dort und können deshalb binnen weniger Minuten im Einsatz sein. Am Samstag wurde das eindrucksvoll demonstriert.

Rems-Murr: Thomas Schwarz (hsw)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Waiblingen - Aus der Werkshalle ist das laute Jaulen einer Alarmanlage zu hören. Die Rauchmelder haben angeschlagen. „Jetzt müsste es gleich losgehen“, sagt Marius Wolf, der zusammen mit Tobias Haller der Waiblinger Feuerwehr Beine machen will. Die zwei sind allerdings keine Lausbuben, die sich einen gefährlichen Scherz erlauben, sondern Sicherheitsingenieure der Firma Stihl. Zusammen mit Jochen Wolf, dem Stadtkommandanten der Waiblinger Feuerwehr, haben sie eine Übung organisiert, die einen Brand im Werk 2 des Kettensägenherstellers in Waiblingen-Neustadt simuliert.

Feuer muss gelöscht, Menschen gerettet werden

Das Jaulen wird noch lauter, und jetzt sind deutlich Martinshörner zu hören. „Daa-dii-da-diii“, schreit ein kleines Kind begeistert, das dem Treiben vom Straßenrand aus mit großen Augen folgt. Jetzt preschen die ersten roten „Autos“ heran. Die großen Lastwagen nehmen die Kurve in die Andreas-Stihl-Straße und fahren zur Hauptpforte des Werks. Kaum drei Minuten sind seit dem Einsetzen des Rauchmelderalarms vergangen, als die ersten Feuerwehrleute aus den Fahrzeugen springen.

Einer geht auf die Halle zu, verschwindet darin und kommt kurz darauf zurück. Währenddessen haben andere bereits Schläuche abgeladen. Kommandos werden gegeben, jetzt geht alles Schlag auf Schlag. In den oberen Stockwerken des angrenzenden Verwaltungsgebäudes sind Menschen zu sehen, die winken. „Hallo“ und „Hilfe“ wird gerufen. Die Feuerwehr hat es schon registriert. Eine Drehleiter kommt heran, um die Leute, die nicht mehr durch das Gebäude fliehen können, von außen zu retten.

Mit den Feuerwehrleuten sind auch Bertram Kandziora, der Vorstandsvorsitzende von Stihl, und der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky angekommen. Während Jochen Wolf ihnen erklärt, was alles um sie herum wie und weshalb geschieht, hat Markus Fried von der Neustädter Wehr das Kommando über den Einsatz. Mittlerweile sind 76 Einsatzkräfte von allen sechs Waiblinger Abteilungen eingetroffen. In 15 Fahrzeugen – vom Sprinter über den Löschwagen bis hin zu einem Bürocontainer sind alle Größen vorhanden.

Eine Aufgabe jagt während des Manövers die nächste

Während in der Halle gelöscht wird und die Menschen aus der Verwaltung gerettet werden, kommt die nächste Hiobsbotschaft: In der Aufregung hat ein Staplerfahren hinter dem Gebäude die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und einen Container fallen lassen. Dieser hat einen Arbeiter eingeklemmt. Der wird zwar von einer Gummipuppe verkörpert, aber dennoch wie ein echter Verletzter behandelt.

„15.07 Uhr Einsatz beendet“, steht auf einer Tafel im Lagezentrum vor der Halle. „Ich bin mit dem Einsatz zufrieden“, sagt Markus Fried. „Man kann allerdings immer noch etwas besser machen.“




Unsere Empfehlung für Sie