Die 80 weißen Wohncontainer stehen, die Großunterkunft für Geflüchtete auf dem Parkplatz der Weilerhau-Sporthalle in Filderstadt-Plattenhardt ist fertig. Voraussichtlich ab Mitte dieses Monats werden nach und nach Menschen in diese temporäre Anschlussunterkunft einziehen, das hat die Stadtverwaltung Filderstadt nun mitgeteilt. Zugleich wird betont, die Verantwortlichen seien gut vorbereitet. Die Hausleitung habe ihre Arbeit aufgenommen, Sozialer Dienst, Gebäude- und Dolmetscherfachkräfte säßen quasi in den Startlöchern, Integrations- und Orientierungskurse der Volkshochschule könnten direkt vor Ort angeboten werden, und auch der Sicherheitsdienst sei beauftragt.
Auf Gemeinschaftsräume wird verzichtet
Bereits 2015 waren vor der Sporthalle 100 Personen in Provisorien untergebracht gewesen. Maximal 130 Menschen sollen nun in den Ein- bis Zwei-Zimmer-Einheiten mit Küche und Bad leben. Durch den Verzicht auf Gemeinschaftsräume will man Konflikte minimieren. Die Verwaltung geht von einer Standzeit von zwei Jahren aus. Dass er die Lösung nicht für optimal hält, das hat der Oberbürgermeister Christoph Traub nie verhehlt. In der jüngsten Mitteilung der Verwaltung lässt er sich so zitieren: „Wir sind bereit, die humanitäre Pflichtaufgabe zu erfüllen.“
Laute Proteste seitens der Bevölkerung waren im Vorfeld ausgeblieben, Bedenken waren dennoch geäußert worden, gerade im Bezug auf die vielen Kinder, die im Schul- und Sportgebiet unterwegs sind. Um dem zu begegnen, hat die Stadt für die ersten drei Monate einen 24-Stunden-Security-Service vor Ort organisiert.
Wer im Weilerhau einziehen wird, steht noch nicht fest. Laut Christos Slavoudis, dem Leiter des Amts für Integration, Migration und Soziales, erhält die Stadt kurzfristig vom Landkreis Esslingen eine Liste und wird aus dieser diejenigen Menschen auswählen, die möglichst gut zueinander passen. Er betont: „Die Aufnahme von Geflüchteten ist dennoch kein Wunschkonzert.“ In diesem Jahr müsse die Stadt Filderstadt ihre gesetzliche Quote erfüllen und rund 200 zugewiesene Personen unterbringen. Die Mehrzahl halte sich bereits in Deutschland auf.