Grünanalage in Uhlbach Ein neuer Ort mit Geschichte

Vor einiger Zeit hat die Stadt einen Zaun rund um den frisch renaturierten Uhlbach errichtet, der die jungen Uferpflanzen schützen soll. Foto: Martin Stollberg
Vor einiger Zeit hat die Stadt einen Zaun rund um den frisch renaturierten Uhlbach errichtet, der die jungen Uferpflanzen schützen soll. Foto: Martin Stollberg

Die Bewohner des Stadtteils Uhlbach dürfen bei der Namenssuche für den Platz am renaturierten Uhlbach mithelfen.

Bad Cannstatt: Maira Schmidt (mai)
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Uhlbach - Auf diesen Tag haben die Uhlbacher lange gewartet. Bereits seit 1993 steht die Renaturierung des Uhlbachs als Ausgleichsmaßnahme für das Neubaugebiet an der Passeier und Innsbrucker Straße im Bebauungsplan. Jetzt – nach fast 20 Jahren – wurde die Grünanlage von Bezirksvorsteher Peter Beier und Volker Schirner, dem Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes, offiziell eingeweiht.

Rund 270 000 Euro hat sich die Stadt den Platz mit dem kleinen Bachlauf zwischen der Buswendeplatte und dem Bolzplatz neben der Sporthalle des TSV Uhlbach kosten lassen. Bei der Namensgebung wurden auch die Bürger beteiligt.

Die Entscheidung der Uhlbacher Bürger war eindeutig

Im Vorfeld der offiziellen Einweihungsfeier hatte das Bezirksamt Obertürkheim mit Unterstützung der Untertürkheimer Zeitung Namensvorschläge aus der Bevölkerung eingesammelt. Eine Liste wurde erstellt, dann wurden die Vorschläge zunächst von der Stadtverwaltung auf ihre Machbarkeit hin überprüft. Namen, die bereits für andere Straßen und Plätze im Stadtgebiet reserviert sind, wurden zum Beispiel ausgeschlossen, aber auch kompliziert auszusprechende Begriffe wie Uhlbacher Renaturier-Platz.

Über die restlichen Namen durften schließlich die Bewohner des Stadtteils bei der offiziellen Einweihungsfeier abstimmen. Die Entscheidung der Uhlbacher Bürger war eindeutig: Das Trogwiesle ging mit 18 Stimmen als klarer Sieger hervor, gefolgt von den Begriffen „Am Uhlbach“ und „Am Uhl-Bach“. In der anschließenden Sitzung des Bezirksbeirats Obertürkheim folgten die Lokalpolitiker dem Wunsch der Bevölkerung und entschieden sich ebenfalls für das Trogwiesle.

Der Bezirksbeirat stimmte dem Bürgervotum zu

„Ich finde die Bezeichnung gelungen“, sagte auch der Stadtrat und Weingärtner Fritz Currle (CDU) in der Sitzung des Bezirksbeirats. Das Trogwiesle sei ihm noch aus den Erzählungen seines Vaters ein Begriff. Damals habe der Brunnen, der Trog, nicht wie heute auf dem Uhlbacher Platz gestanden, sondern ein Stück weiter unten – etwa auf der Höhe der heutigen Buswendeplatte. Auf der Wiese vor dem Brunnen, dem Trogwiesle, seien im Herbst die Holzbutten – die großen Holzkörbe, die bei der Weinlese verwendet wurden – geputzt und das Holz mit Hilfe des frischen Brunnenwassers aufgeschwemmt worden, damit die Butten wieder dicht waren, erklärte Currle.

„Ich finde es toll, wenn man für etwas Neues einen historischen Bezug findet“, sagte Bezirksbeirat Peter Aichinger von den Freie Wählern. Einige Bezirksbeiräte hatten allerdings Bedenken, da der Platz am nun renaturierten Uhlbach nicht wirklich dem historischen Trogwiesle entspricht. Das befand sich schließlich wie bereits erwähnt ein Stück weiter oben. Dennoch stimmte der Bezirksbeirat dem Bürgervotum schließlich mehrheitlich mit sieben Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen zu. Die Lokalpolitiker einigten sich allerdings darauf, dass an der neuen Grünanlage ein Schild aufgestellt werden soll, das erklärt, woher der Name Trogwiesle ursprünglich kommt und wo sich diese Wiese früher tatsächlich befunden hat.

Das letzte Wort hat nun der Verwaltungsausschuss, der in einer seiner nächsten Sitzungen endgültig über den neuen Namen der Grünanlage entscheiden wird.




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