Stuttgart – Erst vor zwei Wochen musste der nachhaltige Concept Store Loyale. Fair beide Filialen aufgrund von starken Umsatzeinbrüchen schließen, viele Gründer:innen aus dem Kessel kämpfen um ihre Existenz und wissen nicht, ob sie aus diesem Lockdown sicher rauskommen. „Viele Start-ups haben es zur Zeit nicht einfach“, erklärt Sandra Volz. Seit 20 Jahren berät die Pforzheimerin Unternehmen und Gründer:innen aus der kreativen Branche und weiß ganz genau, worauf es zur Zeit ankommt: „Alle Konzepte mit einem Fokus auf das Offline-Geschäft, wie zum Beispiel Concept-Stores müssen auf alternative Vertriebsstrategien umsteigen.“
Auch die Gründer:innnen, die kurz vor Beginn der Pandemie gestartet haben, mussten einen schwierigen Start hinlegen. „Newcomer-Labels kämpfen zurzeit um ihre Bekanntheit – ein schneller Durchbruch ist gerade nicht ohne Weiteres möglich. Man hat einfach andere Sorgen im Kopf und ist nicht offen dafür, neue Konzepte zu unterstützen. Dafür hat man jetzt aber Zeit eine nachhaltige und zukunftsorientierte Basis für ein Unternehmen aufzubauen.“
Das Konsumverhalten hat sich geändert
Die Corona-Krise hat viele zum Nachdenken gebracht und hat sich auf das Konsumverhalten ausgewirkt. „Zurzeit entstehen spannende Geschäftsideen mit Einsatz neuartiger Technologien und vielen Innovationsaspekten. Man versucht nun solche Merkmale wie Funktion, Nachhaltigkeit und Ästhetik zu vereinen“, erklärt Sandra Volz.
„Wer sich jetzt selbstständig machen will, muss flexibler sein und sich breiter aufstellen. Die Unternehmenswerte sind jetzt so wichtig wie noch nie geworden – die Kunden konsumieren nun bewusster und legen mehr Wert auf die Unternehmensphilosophie der Brands.“ Ohne die gegenseitige Unterstützung wird man es jetzt aber eher schwer haben: „Das Netzwerk ist heute sehr wichtig – es entstehen spannende Kooperationen und so können die Gründer sich gegenseitig unterstützen.“
Gründen in der Pandemie hat Vorteile
Trotz allem rät die Unternehmensberaterin nicht davon ab, während einer Pandemie zu gründen: „Der Vorteil daran ist der Aufschwung, den man am Ende des Lockdowns mitnehmen wird und bessere Zeiten werden sicher bald kommen.“
Was die Finanzierung des Geschäftsvorhabens angeht, so ist bei kreativen und innovativen Ideen Crowdfunding ein gutes Mittel: „Hiermit kann man sich von Anfang an eine Community aufbauen, die das eigene Vorhaben unterstützt."
So hat das Team der FCC-Karierefabrik, die Sandra Volz als Anlaufstelle für kreative Gründer 2010 gegründet hat, einen Start-up Planer für Selbstständige und Gründungswillige erstellt, der gerade durch eine Crowdfunding-Kampagne finanziert wird: „Der Kalender wurde von uns für junge Kreative entwickelt, die sich selbstständig machen wollen oder Unterstützung bei einem umfangreichen Projekt brauchen.“ Der Planer wird nachhaltig in Deutschland produziert und enthält alle wichtigen Infos und Anleitungen zur Gründung und Launch einer kreativen Geschäftsidee. Wer die Crowdfunding-Kampagne unterstützen will, kann die hier tun.
Und wer sich ausführlich mit dem Thema Unternehmensgründung beschäftigt oder sein Start-up sicher aus der Krise bringen will, sollte nicht alleine auf sich gestellt. Es gibt zahlreiche Anlaufstellen für Beratung und finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten. Wir haben die größten hier für euch gesammelt:
FCC-Karierefabrik – Gründerberatung für Kreative
RKW-BW – geförderte Gründer- und Krisenberatung
IHK Region Stuttgart – Gründerberatung
HdM Sandbox – Accelerator der Hochschule der Medien
Steinbeis-Beratungszentrum: Gründerberatung
Emma Kreativzentrum: Infos für Kreativschaffende