Grüne Umfragerekorde Die Albträume der Annalena Baerbock

Garantin eines Hypes: Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock Foto: dpa/Michael Kappeler

Die Grünen eilen gerade von Umfragerekord zu Umfragerekord. Die Union haben sie längst überflügelt. Politische Stimmung lässt sich aber nicht zwangsläufig in Stimmen ummünzen. Das demoskopische Allzeithoch birgt viele Absturzrisiken, meint StZ-Autor Armin Käfer.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Armin Käfer (kä)

Stuttgart - Es gibt viele Gründe dafür, warum die Umfragewerte der Grünen gerade durch die Decke schießen: Der wichtigste ist die Schwäche der Konkurrenz. Aber natürlich profitieren sie auch vom Reiz der politischen Überraschung, vom Frust nach 16 Jahren mit der ewig gleichen C-Kanzlerin an der Spitze, von ihrer Kernkompetenz beim Zukunftsthema Nummer eins, dem Klimaschutz, und ganz gewiss von dem Vorteil, als einzige Partei mit einer Kanzlerkandidatin in den Wahlkampf zu ziehen, die zudem von Medien gehätschelt wird, als sei jugendlicher Charme schon eine politische Tugend.

 

Viele Stolperfallen auf dem Weg zur Wahl

Nachts träumt Annalena Baerbock womöglich von Martin Schulz, der auch einmal als SPD-Superman gestartet und hinterher abgestürzt ist wie Ikarus. Oder von Renate Künast, die 2011 beinahe in Berlin regiert hätte – aber eben nur beinahe. Was ist, wenn die moderaten Merkel-Wähler, welche die Grünen für einen Wahlsieg brauchen, ins Grübeln kommen, wer für deren teure Wahlversprechen bezahlen muss? Oder wenn noch mehr Leute aus der Baerbock-Partei mit Schnapsideen wie dem Verbot von Einfamilienhäusern vorpreschen? Einige wollen jetzt das Wort Deutschland aus dem Titel des Programms streichen. Bis zur Wahl ist noch viel Zeit für Selbstverstümmelung.

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