Grünen-Liste für Kommunalwahl Stuttgart-21-Fan wird aussortiert

Von Thomas Braun 

Mit guten Wahlergebnissen hat die Grünen-Basis fast allen amtierenden Stadträten Rückenwind für den Wahlkampf verschafft. Der Event-Veranstalter Johannes Zeller dagegen schaffte es nach seinem Outing nicht auf die Liste.

Die Grünen gehen mit Silvia Fischer und Peter Pätzold an der Spitze in den Kommunalwahlkampf. Foto: Achim Zweygarth
Die Grünen gehen mit Silvia Fischer und Peter Pätzold an der Spitze in den Kommunalwahlkampf. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Die Stuttgarter Grünen haben ihrem Spitzenpersonal im Gemeinderat bei der Aufstellung der Wahlliste für die Kommunalwahl am 25. Mai den Rücken gestärkt. Das amtierende Duo an der Fraktionsspitze, Silvia Fischer und Peter Pätzold, wurde mit guten Wahlergebnissen als Spitzenkandidaten-Team auf Platz eins und zwei der Liste gewählt. Das mit Abstand beste Wahlergebnis erzielte jedoch der schul- und bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Vittorio Lazaridis: Er wurde von der Kreismitgliederversammlung mit 144 von 145 abgegebenen Stimmen auf Platz sechs der Liste gewählt.

Grüne wollen Neckarpark zum Wohn-Vorzeigeprojekt machen

Wie zuvor schon Fraktionssprecher Pätzold hatte Lazaridis zuvor in einer kämpferischen Rede vor einer Rückkehr der bürgerlichen Mehrheit im Gemeinderat gewarnt: „Wir dürfen diese Stadt nicht den Schwarzen und ihren Satelliten überlassen“, so der Stadtrat. Auch Pätzold und seine Co-Sprecherin Fischer erinnerten vor der Parteibasis am Samstag im Kulturwerk Ost an die Erfolge der Fraktion seit 2009. Damals waren die Grünen bei der Kommunalwahl zum ersten Mal stärkste politische Kraft im Rat geworden. Während Silvia Fischer sich Rückenwind für den Wahlkampf durch die Politik des Parteifreundes und OB Fritz Kuhn verspricht, nannte Pätzold die Stichworte Sanierung der Infrastruktur und die Energiewende durch die Gründung eigener Stadtwerke. In den nächsten fünf Jahren solle der Neckarpark unter grüner Ägide als Wohn-Vorzeigeprojekt ausgestaltet werden, so Pätzold. Wie auch die engagierte Stuttgart-21-Gegnerin Clarissa Seitz (Platz drei) betonte er, seine Fraktion werde beim „Quatschprojekt S 21“ weiterhin den Finger in die Wunde legen. Einer, der das anders sieht, erhielt dagegen von der Parteibasis prompt die Quittung. Der Event-Veranstalter Johannes Zeller fiel bei der Wahl für Listenplatz 14 durch, weil er sich als Projektbefürworter geoutet hatte. Statt seiner rückte mit Walter Ercolino ein S-21-Gegner nach vorn. Nachdem die Stadträte Jochen Stopper (4), Anna Deparnay-Grunenberg(5), Gabriele Munk (7) sowie der Novize Björn Peterhoff (8) von der grünen Jugend von den Mitgliedern auf ihren Plätzen bestätigt worden waren, kam es um Platz neun zur ersten Kampfabstimmung, die Gabriele Nuber-Schöllhammer aus S-Nord klar gegen die Stadträtin Andrea Münch für sich entschied. Münch musste sich nach ein drögen Vorstellungsrede mit Listenplatz elf bescheiden.

Krimi-Autorin Lehmann auf Platz 19 nominiert

Die Stadträte Andreas Winter (10), Benjamin Lauber (12) und Beate Schiener (13) dagegen erhielten das Plazet der Mitglieder. Auch die Kreisvorsitzende Petra Rühle darf sich mit Platz 15 noch Hoffnungen auf einen Sitz im nächsten Gemeinderat machen, in dem die Grünen derzeit 16 Mandatsträger stellen. Neben dem Sillenbucher Robert Hintz (16), Kerstin Steglich aus S-West (17) und dem Cannstatter Dietrich Haaf (18) landeten auch die SWR-Redakteurin und Autorin Christine Lehmann und der Mann der Landtagsabgeordneten Mutherem Aras, Sami (20), im vorderen Drittel der Wahlliste. Lehmann hatte zuvor bekannt, sie habe sich von einer Befürworterin zu einer Kritikerin von S 21 entwickelt, was die Basis mit Beifall quittierte.




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