Grünen-Parteitag stimmt Verhandlungen zu Noch hält die Aufbruchstimmung

Beim Außerordentlichen Parteitag haben sich die Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck das Einverständnis geholt, in die Koalitionsgespräche zu gehen. Foto: dpa/Michael Kappeler

SPD, Grüne und FDP wecken hohe Erwartungen. Erste Enttäuschungen könnte es aber schon bald geben, kommentiert Jan Dörner.

Berlin - Jetzt oder nie – wer, wenn nicht wir: So lässt sich die Stimmung auf dem Parteitag der Grünen zusammenfassen. Die Partei fühlt sich bereit dazu, die Geschicke dieses Landes zu lenken. Das gilt besonders für die Klimapolitik. Aber auch in Migrationsfragen oder in der Sozialpolitik wollen die Grünen dieser Gesellschaft ihren Stempel aufdrücken. Sie sehen darin einen historischen Moment – nicht nur für sich, sondern für das ganze Land.

 

Die Parteien schaffen hohe Erwartungen

Deutschland täte frischer Wind in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gut. Die im Bund unverbrauchte Kombination aus SPD, FDP und Grünen könnte den für grundlegende Reformen erforderlichen Elan aufbringen. Diesen Anspruch an sich selbst haben sie bereits mehrfach formuliert. Damit schaffen sie hohe Erwartungen. Diese könnten aber bereits in Koalitionsgesprächen enttäuscht werden. Auf dem Parteitag der Grünen ist bei aller Begeisterung deutlich geworden, dass sich die Partei in Sachen Klimaschutz mehr erhofft hatte, als die Sondierungen ergaben. Ungeklärt bleibt bisher auch, wie die Vorstellungen der drei Parteien finanziert werden sollen. So kann Aufbruchstimmung schnell zur Katerstimmung werden.

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